Kategorie D & D1 · Praktische Prüfung

Praktische Busprüfung (Kategorie D und D1): Ablauf und Tipps

Mindestens 120 Minuten, ein Gesellschaftswagen ab 10 Metern Länge und ein Experte, der sogar den Fahrkomfort deiner künftigen Fahrgäste bewertet: Die Busprüfung ist die längste praktische Führerprüfung der Schweiz. Hier erfährst du, wie sie abläuft – und welche Fehler dich den Ausweis kosten.

  • Mind. 120 Minuten – die längste Führerprüfung der Schweiz
  • Alle Manöver und Fehlerquellen erklärt
  • Fakten gemäss asa-Richtlinie Nr. 7

Das Wichtigste in Kürze

Die praktische Prüfung der Kategorie D (Bus und Reisecar) und der Unterkategorie D1 (Kleinbus mit 9 bis 16 Sitzplätzen) ist die Königsdisziplin unter den Führerprüfungen. Die sieben wichtigsten Fakten vorweg:

1

Ab 21 Jahren

Für D und D1 gilt das Mindestalter 21. Dazu brauchst du einen gültigen Führerausweis der Kategorie B oder C – und nachgewiesene Fahrpraxis.

2

Rekord-Dauer

Kategorie D: mindestens 120 Minuten, davon 105 Minuten Inbetriebnahme, Fahrt und Manöver. D1: mindestens 90 Minuten mit 75 Minuten Fahranteil.

3

Zusatztheorie zuerst

Die Basistheorie musst du nicht wiederholen – aber die Zusatztheorieprüfung muss bestanden sein, bevor du praktisch antreten darfst.

4

Arztzeugnis nötig

Vor dem Lernfahrausweis steht die verkehrsmedizinische Untersuchung mit erhöhten Anforderungen an Sehen und Hören.

5

Bus-Checks am Start

Notausgänge, Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Fahrtschreiber: Die Rundumkontrolle ist busspezifisch – und Teil der Prüfung.

6

Komfort wird bewertet

Ruckfreies Anfahren und gleichmässiges Bremsen zählen. Und: Den Retarder nicht zu benutzen, ist ein schwerer Fehler.

7

Abkürzung für Profis

52, 24 oder 12 Mindestlektionen – je nach Vorbildung. Und wer die Kategorie C besitzt und 21 ist, erhält D1 sogar prüfungsfrei.

Voraussetzungen: Wer darf an die Busprüfung?

Zur Busprüfung wirst du nur zugelassen, wenn drei Dinge stimmen: dein Alter, deine Fahrpraxis und deine Gesundheit. So sehen die Bedingungen im Detail aus.

Voraussetzung Kategorie D (Bus, Car) Unterkategorie D1 (Kleinbus)
Mindestalter 21 Jahre 21 Jahre
Bisheriger Ausweis Kategorie B oder C Kategorie B oder C
Fahrpraxis 2 Jahre regelmässig Kat. B, oder 3 Monate Kat. C, oder 220 Tage / 500 Stunden mit Kat. C bzw. Trolleybus über 2 Jahre 1 Jahr regelmässige, klaglose Fahrpraxis mit Kat. B, oder 3 Monate Kat. C bzw. Trolleybus
Arztuntersuchung verkehrsmedizinisch (Gruppe 2) verkehrsmedizinisch (Gruppe 2)
Theorie Zusatztheorieprüfung bestanden Zusatztheorieprüfung bestanden
Zur Prüfung gültiger Lernfahrausweis Kat. D gültiger Lernfahrausweis Unterkat. D1

Zur Einordnung: Die Kategorie D berechtigt zum Personentransport mit mehr als acht Sitzplätzen (der Führersitz zählt nicht mit), die Unterkategorie D1 deckt Fahrzeuge mit neun bis 16 Sitzplätzen ab.

Die verkehrsmedizinische Untersuchung machst du, bevor du den Lernfahrausweis erhältst. Verlangt werden unter anderem eine Sehschärfe von 0.8 bzw. 0.5, ein horizontales Gesichtsfeld von mindestens 140 Grad und eine Hörweite von 3 Metern. Die Zusatztheorieprüfung deckt das Bus- und Berufswissen ab, das in der Basistheorie fehlt – sie muss bestanden sein, bevor du zur praktischen Prüfung antrittst. Mehr verlangen die Prüfungsrichtlinien für die Zulassung nicht: gültiger Führerausweis, gültiger Lernfahrausweis, bestandene Zusatztheorie.

Einen Überblick über alle Ausweisklassen und ihre Voraussetzungen findest du im Ratgeber Führerausweis Schweiz.

Die längste Führerprüfung der Schweiz

Keine andere praktische Führerprüfung dauert so lange wie die der Kategorie D: mindestens zwei Stunden. Der Grund ist einfach – neben der Fahrt im Verkehr braucht es Zeit für die ausführliche Fahrzeugkontrolle und die Manöver.

Kategorie Prüfungsdauer total davon Inbetriebnahme, Fahrt & Manöver
D (Bus, Reisecar) mind. 120 Minuten mind. 105 Minuten
D1 (Kleinbus) mind. 90 Minuten mind. 75 Minuten

Zum Vergleich: Die Lastwagenprüfung mit Anhänger (Kategorie CE) dauert mindestens 90 Minuten, die Bus-Anhängerprüfungen DE und D1E je 75 Minuten, die Anhängerprüfung BE und die Prüfung der Spezialkategorie F je 60 Minuten. Der Bus hält den Rekord. Wie es beim Lastwagen abläuft, liest du im Ratgeber zur Lastwagenprüfung.

Geprüft wird auf einem richtigen Bus – kein geschrumpftes Übungsfahrzeug:

Anforderung Prüfungsfahrzeug Kat. D Prüfungsfahrzeug Unterkat. D1
Fahrzeugtyp Gesellschaftswagen Gesellschaftswagen der Unterkat. D1
Grösse mind. 10 m lang, 2.30 m breit mind. 5 m lang, mind. 4'000 kg Gesamtgewicht
Tempo erreicht mind. 80 km/h erreicht mind. 80 km/h
Alternative Prüfungsfahrzeug der Unterkat. C1 zulässig

So läuft die Busprüfung ab

Die Prüfung folgt einem klaren Drehbuch aus drei Teilen: Vorbereitung des Fahrzeugs, Fahrt im Verkehr, Manöver. Schritt für Schritt sieht das so aus.

1

Inbetriebnahme und Rundumkontrolle

Du kontrollierst das Fahrzeug stichprobenartig: Reifen, Räder und Radmuttern, Bremsanlage, Beleuchtung, Flüssigkeiten, Luftdruck und Luftbehälter. Busspezifisch zeigst du, dass du Fahrgasttüren, Notausgänge, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Feuerlöscher im Griff hast – und du überprüfst und bedienst den Fahrtschreiber. Dazu kommen Sitzposition, Spiegel und Gurt.

2

Bremsprobe nach der Wegfahrt

Möglichst bald nach der Wegfahrt kontrollierst du bei günstiger Gelegenheit das Ansprechen der Betriebs- und der Feststellbremse. Das zu vergessen, zählt als mittelschwerer Fehler.

3

Prüfungsfahrt im Verkehr

Das Herzstück: Kreuzungen, Kreisel, Bahnübergänge, Bus-Haltestellen, Steigungen und Gefälle sowie Überland- oder Autobahnabschnitte, die 80 km/h erlauben. Der Experte achtet auf Blicksystematik, den Spurversatz der Hinterachse, saubere Schalttechnik, den Einsatz der Dauerbremse – und darauf, wie komfortabel deine Fahrgäste unterwegs wären.

4

Manöver und Abschluss

Zum Schluss folgen die besonderen Manöver (siehe unten) und die korrekte Sicherung des Fahrzeugs beim Verlassen. Danach wertet der Verkehrsexperte die Fahrt mit dir aus.

Der Kaffeebecher-Massstab: Stell dir einen vollen, offenen Kaffeebecher im Gang vor. Langsam beschleunigen, ruhig fahren, gleichmässig bremsen – genau diesen Passagierkomfort verlangen die Prüfungsrichtlinien ausdrücklich. Ruckartige Übergänge fallen dem Experten sofort auf, auch im leeren Bus.

Die Inbetriebnahme an der Busprüfung im Detail

Bevor der Bus rollt, gehört er dir: Papiere prüfen, Kontrollgang machen, Sicherheitsausrüstung zeigen. Genau das ist die Inbetriebnahme – maximal 20 Minuten deiner Prüfung. Und der Experte bewertet dabei mehr als Technik: Beim Bus geht es immer auch um die Sicherheit deiner künftigen Fahrgäste.

Zur Einordnung: Die 20 Minuten gelten nur für die Inbetriebnahme selbst, also die Fahrzeugkontrolle vor der Fahrt. Die Gesamtprüfung dauert weiterhin mindestens 120 Minuten. Der Experte will kein auswendig gelerntes Programm sehen, sondern System: identifizieren, kontrollieren, erklären – immer in derselben Reihenfolge.

Diese Checkliste folgt den offiziellen Prüfkriterien der Strassenverkehrsämter (Beispiel Kanton Luzern, Prüfdokument CF-16-05) und den asa-Richtlinien. Andere Kantone prüfen nach denselben asa-Grundsätzen, im Detail mit minimalen Abweichungen.

Zuerst die Identifikation: Du zeigst, dass Bus und Papiere zusammengehören. Dazu liest du die wichtigsten Angaben aus dem Fahrzeugausweis heraus und findest sie am Fahrzeug wieder.

Das prüfst du bei der Identifikation:

  • Kontrollschild und Fahrzeugausweis passen zusammen
  • Fahrzeugart, Marke, Typ und Karosserieform stimmen mit dem Eintrag überein
  • Fahrgestellnummer (Chassisnummer) – sie identifiziert genau dieses Fahrzeug
  • Einträge zur besonderen Verwendung und das Datum der letzten amtlichen Nachprüfung (MFK)
  • Gewichte erklären können: Leergewicht, Nutzlast (die erlaubte Zuladung), Gesamtgewicht, Achslasten (was eine einzelne Achse tragen darf) und Anhängelast (was der Bus ziehen darf)
  • Auflagen deuten: Ziffer 243 steht etwa für die zulässigen Achslasten, Ziffer 234 für ungebremste Anhänger bis 750 kg

Auflagen sind codierte Einschränkungen im Fahrzeugausweis. Die Ziffern stammen aus der asa-Richtlinie Nr. 6 und gelten schweizweit einheitlich. Du musst nicht alle kennen – aber jene in deinem Ausweis erklären können.

Bus-Spezialität Platzzahltafel: Im Bus ist eine Tafel mit der bewilligten Platzzahl angebracht. An der Prüfung vergleichst du sie mit dem Fahrzeugausweis – beide Angaben müssen übereinstimmen. Der Grund: Die Fahrgast-Zuladung wird über die bewilligte Platzzahl geregelt, nicht über die Waage. Nimmst du mehr Personen mit als bewilligt, gilt das als Überladung – und dafür haftest du als Fahrer.

Danach die Dokumente: Du zählst auf, welche Papiere zum Bus gehören, und erklärst, wozu sie dienen. Nicht alles davon muss im Fahrzeug liegen – kennen musst du es trotzdem.

Diese Dokumente gehören zum Bus:

  • Fahrzeugausweis: das Grunddokument für die Identifikation.
  • Abgaswartungsdokument: belegt die regelmässige Abgaswartung – achte auf die Gültigkeit.
  • Lizenz für den gewerbsmässigen Personentransport: ausgestellt vom Bundesamt für Verkehr (BAV). Sie ist das Personen-Pendant zur Gütertransport-Lizenz, die du von der Lastwagenprüfung kennst.
  • Prüfberichte von Geschwindigkeitsbegrenzer und Fahrtschreiber: In der Schweiz musst du sie nicht mitführen – aber erklären können, was sie belegen.
  • Reserve-Einlageblätter oder Fahrerkarte: Einlageblätter braucht der analoge Fahrtschreiber (Tachograf), die persönliche Fahrerkarte der digitale. Beide zeichnen deine Lenk- und Ruhezeiten auf.

Dann der Kontrollgang: einmal aussen ums Fahrzeug, immer auf derselben Route – vorne beginnen, der Seite entlang, hinten abschliessen. So vergisst du nichts. Die wichtigste Bus-Eigenheit dabei: Der Motor sitzt meist im Heck. Die Niveaukontrolle – also das Prüfen von Ölstand und Kühlflüssigkeit – machst du deshalb hinten statt vorne.

Front – der Start des Kontrollgangs:

  • Frontscheibe ohne Risse und sauber, Wischerblätter nicht spröde oder ausgefranst
  • Beleuchtung und Rückstrahler intakt und sauber – das kontrollierst du rund ums ganze Fahrzeug
  • Je nach Modell öffnest du zusätzlich die Front- oder Seitenklappe: Dahinter siehst du nach, ob das Reserverad bereitliegt und genug Scheibenwaschwasser eingefüllt ist

Seite – Räder, Spiegel, Gepäckraum:

  • Alle Spiegel unbeschädigt und sauber: Front-, Seiten- und Weitwinkelspiegel
  • Seitenscheiben frei – du brauchst beim Bus jede Sichtachse
  • Reifen: genug Profil, plausibler Druck, keine Beschädigungen. Bei Zwillingsrädern (Doppelräder auf einer Achsseite) eingeklemmte Steine entfernen – sie können sich bei Tempo lösen
  • Radschrauben fest? Rostwasser oder Bewegungsspuren rund um die Schraube verraten, dass sie sich gelockert hat
  • Aufhängung und Bremse, soweit sichtbar: die Luftbälge der Luftfederung (Gummibälge statt Stahlfedern) und die Bremsschläuche müssen unbeschädigt sein
  • Gepäckraum: Ladung gleichmässig verteilt und gesichert, alle Seitenklappen richtig eingerastet – eine Klappe, die während der Fahrt aufschwingt, wird zur Gefahr

Heck – beim Bus die Motorenseite:

  • Dach frei von Schnee und Eis – vom hohen Busdach werden Eisplatten zum Geschoss für den Verkehr hinter dir
  • Heckklappe öffnen: Niveaukontrolle von Motoröl und Kühlsystem, Kühler sauber und dicht
  • Keilriemen richtig gespannt und ohne Risse
  • Sichtbare Leitungen: keine Scheuerstellen, keine austretende Flüssigkeit, keine hörbaren Luftverluste
  • Falls vorhanden: Anhängerkupplung (Kugel oder Haken) samt Steckdose auf Schäden prüfen
  • Zum Schluss bückst du dich kurz und schaust unter den Bus: Tropft irgendwo Flüssigkeit? Hängt etwas herunter?

Die Königsdisziplin – das Fahrzeuginnere: Einen Innen-Teil kennt auch die Lastwagenprüfung – dort beschränkt er sich aufs Führerhaus. Die Sicherheitskontrolle im Fahrgastraum dagegen gibt es nur beim Bus. Der Gedanke dahinter: Im Notfall mit vielen Fahrgästen bleibt keine Zeit zum Suchen. Dem Experten genügt es darum nicht, dass es Notausstiege und einen Nothammer gibt – du zeigst ihm, wo alles ist und wie es funktioniert.

Das zeigst und erklärst du im Innenraum:

  • Standorte der Sicherheitsausrüstung nennen: Feuerlöscher, Bordapotheke, Notausstiege, Nothammer (zum Einschlagen der Scheiben), Unterlegkeil, Pannendreieck und Warnweste
  • Notöffnung der automatischen Türen vorführen, nicht nur beschreiben – fällt Strom oder Druckluft aus, müssen die Türen von Hand aufgehen, sonst sitzen die Fahrgäste fest
  • Klemmschutz testen: Die Türautomatik muss stoppen oder öffnen, sobald sie auf Widerstand trifft
  • Verhalten bei Brand und Panne kennen – deine Pflichten als Fahrer, etwa anhalten, Türen öffnen, Fahrgäste in Sicherheit bringen und Hilfe alarmieren
  • Du erklärst jede Kontrolllampe und jedes Instrument am Armaturenbrett – und leitest daraus ab, ob der Bus überhaupt losfahren darf
  • Masse kennen: Länge, Breite, Höhe und Betriebsgewicht (das tatsächliche Gewicht, fahrbereit) – wegen Höhenbeschränkungen und Gewichtslimiten auf deiner Route
  • Beleuchtung mit einer Hilfsperson kontrollieren: Jemand steht draussen und bestätigt jede Funktion

Zum Schluss die Wegfahrt: Schon auf den ersten Metern folgt die Bremsprobe – kontrolliert und ohne den Verkehr zu gefährden. Während der Fahrt behältst du die Bordinstrumente im Blick: den Vorratsdruck der Druckluftbremse (ohne genügend Luftvorrat darfst du gar nicht losfahren), Temperaturen und Öldruck. Leuchtet eine Kontrolllampe auf, musst du reagieren können. Und du bedienst Heizung, Klimaanlage, Innenbeleuchtung und Sonnenblende, ohne danach zu suchen – der Fahrgastkomfort fliesst in die Bewertung ein. Ruhiges, rundes Fahren zählt von Anfang an – du fährst so, als stünde im Gang ein voller Kaffeebecher.

Warum die Bremsprobe ohne Fahrgäste? Eine Bremsprobe heisst: einmal kräftig bremsen. Stehende oder noch nicht sitzende Fahrgäste würden dabei stürzen. Deshalb testest du die Bremsen im leeren Bus – bevor jemand einsteigt. Genau diese Denkweise will der Experte sehen: zuerst die Sicherheit der Fahrgäste, dann der Fahrplan.

Sitzt die Inbetriebnahme, ist der erste Prüfungsteil geschafft – danach folgen an der Prüfung die Fahrt im Verkehr und die Manöver.

Die Manöver an der Busprüfung

Die Manöver werden stichprobenartig geprüft – du weisst also nicht im Voraus, welche drankommen. Beherrschen musst du alle.

Diese Manöver stehen im Prüfungsstoff:

  • Rückwärtsfahren in gerader Richtung
  • Rückwärtsfahren in Kurven
  • Rückwärts an Verzweigungen nach links oder rechts abbiegen
  • Parkieren, damit Passagiere sicher ein- und aussteigen können
  • Wenden unter Benützung des Vorwärts- und des Rückwärtsganges
  • Fahrzeug beim Verlassen sichern: Motor abstellen, Feststellbremse anziehen, an Steigung oder Gefälle den Keil setzen, gegen Diebstahl sichern

Zwei Dinge entscheiden hier oft über das Bestehen. Erstens die Hilfsperson: Kannst du beim Manövrieren nicht jede Gefahr ausschliessen, musst du eine Hilfsperson einsetzen und ihr einen klaren Auftrag geben – es nicht zu tun, ist ein schwerer Fehler. Zweitens die Arbeitsweise: Seitenfenster offenhalten, Rundumkontrolle in kurzen Abständen, zügig manövrieren und den übrigen Verkehr nicht unnötig behindern.

Bewertung: Diese Fehler kosten dich die Prüfung

Bewertet wird nach dem Fehlerkatalog der asa-Richtlinie Nr. 7. Schwere Fehler bedeuten in aller Regel das Aus – diese Punkte solltest du deshalb im Schlaf beherrschen.

Schwere Fehler – dazu zählen unter anderem:

  • Die vorhandene verschleisslose Dauerbremse (Retarder) nicht benutzen
  • Ungenügende Spiegelbenützung
  • Trottoirs oder Verkehrsinseln beim Abbiegen und in Kurven unkontrolliert überfahren
  • Übertriebenes Ausholen in die Gegenfahrbahn beim Rechtsabbiegen oder Manövrieren
  • Keine Hilfsperson einsetzen, obwohl nicht jede Gefahr ausgeschlossen werden kann
  • Aussteigen, ohne den Motor abzustellen, oder das Fahrzeug ungenügend gegen das Wegrollen sichern (Feststellbremse, Keil an Steigung und Gefälle)
  • Allgemein ungenügende Voraussicht und Umsicht, zu wenig Abstand oder Bedienungsfehler, die zeigen, dass du das Fahrzeug nicht beherrschst

Mittelschwere Fehler – auch sie fliessen in die Bewertung ein:

  • Mangelhafte Rundum- und Funktionskontrolle
  • Bremsprobe nach der Wegfahrt vergessen oder Spiegel nur mangelhaft benutzen
  • Aus Gewohnheit einhändig lenken
  • Teilweise ungenügende Spurwahl in Kurven und beim Abbiegen
  • Den Retarder nur ungenügend einsetzen
  • Lücken zum Einfügen in den Verkehr nicht erkennen oder nicht nutzen
  • Wenig sparsame, wenig umweltschonende Fahrweise

Retarder nicht vergessen: Die verschleisslose Dauerbremse gehört zu den meistunterschätzten Prüfungspunkten. Wo vorhanden, musst du sie aktiv einsetzen – etwa im Gefälle. Sie gar nicht zu benutzen, ist ein schwerer Fehler; sie nur halbherzig einzusetzen, immerhin ein mittelschwerer.

Ausbildung: 52, 24 oder 12 Pflichtlektionen

Für die Kategorie D schreibt das Gesetz – anders als beim Auto – eine Mindestausbildung beim Fahrlehrer vor. Wie viele Lektionen es sind, hängt von deiner Vorbildung ab.

Dein Weg zur Kategorie D Mindestlektionen (à 45 Min.) Richtwert Kosten*
Direkteinstieg ab Kategorie B 52 ca. CHF 10'400
Mit Kategorie C 24 ca. CHF 4'800
Kategorie D beschränkt (z. B. Linienverkehr) 12 ca. CHF 2'400
Mit Kategorie C plus 220 Tage / 500 Stunden Fahrpraxis keine Mindestzahl nach Bedarf

* Richtwert bei rund CHF 200 pro Lektion. Dazu kommen amtliche Gebühren, Arztuntersuchung und Zusatztheorie – die Ansätze unterscheiden sich je nach Kanton.

Rechenbeispiel: Mit der Kategorie C schrumpft die Mindestausbildung von 52 auf 24 Lektionen – der Weg über den Lastwagen kann sich also lohnen, gerade wenn du ohnehin in den Transportberuf willst. Egal, welchen Weg du wählst: Bei DriveLab vergleichst du Fahrlehrer in deiner Region und buchst deine Fahrstunden online.

Prüfungsfrei zur D1: Besitzt du die Kategorie C oder die Unterkategorie C1 und bist mindestens 21? Dann erhältst du die Unterkategorie D1 ohne Lernfahrausweis und ohne Theorie- oder Fahrprüfung. Der Eintrag kommt aber nicht automatisch – du musst ihn per Gesuch beim Strassenverkehrsamt deines Kantons beantragen.

Berufsmässig Bus fahren: die CZV kurz erklärt

Der Führerausweis D allein erlaubt nur private Fahrten. Sobald du berufsmässig Personen transportierst, brauchst du zusätzlich den CZV-Fähigkeitsausweis für den Personentransport.

Die Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) gilt seit dem 1. September 2009. Die CZV-Prüfung besteht aus fünf Teilprüfungen – von der schriftlichen Theorie über zwei bildgestützte E-Prüfungen bis zum mündlichen und zum praktischen Teil. Der Fähigkeitsausweis ist fünf Jahre gültig; für die Verlängerung brauchst du fünf Weiterbildungstage (35 Stunden) innert fünf Jahren.

Schöner Nebeneffekt der Kategorie D: Sie schliesst die Unterkategorien C1 und D1, die Kategorien B, B1, F, G und M sowie die BPT-Berechtigung für den berufsmässigen Personentransport mit dem Auto ein – Letztere ist sonst eine eigene Prüfung (mehr dazu im Ratgeber zur Taxiprüfung).

Und die Jobaussichten? Ausgezeichnet: In der Schweiz arbeiten rund 80'000 berufsmässige Chauffeure, etwa 5'000 scheiden jedes Jahr aus – der Nachwuchs deckt die Lücke bei weitem nicht. Busbetriebe und Reiseunternehmen suchen entsprechend dringend Personal.

Häufige Fragen zur Busprüfung

Wie lange dauert die Busprüfung in der Schweiz?
Für die Kategorie D dauert die praktische Prüfung mindestens 120 Minuten, davon mindestens 105 Minuten für Inbetriebnahme, Prüfungsfahrt und Manöver. Für die Unterkategorie D1 sind es mindestens 90 Minuten mit 75 Minuten Fahranteil. Damit ist die Busprüfung die längste praktische Führerprüfung der Schweiz.
Ab welchem Alter kann ich die Busprüfung ablegen?
Für die Kategorie D und die Unterkategorie D1 gilt ein Mindestalter von 21 Jahren. Dazu kommt eine Fahrpraxis-Voraussetzung: für D1 mindestens 1 Jahr klaglose Fahrpraxis mit Kategorie B, für D mindestens 2 Jahre mit Kategorie B oder 3 Monate mit Kategorie C.
Muss ich für die Kategorie D nochmals eine Theorieprüfung machen?
Die Basistheorie musst du nicht wiederholen. Du musst aber die Zusatztheorieprüfung bestehen, bevor du zur praktischen Busprüfung antreten darfst.
Brauche ich für die Busprüfung eine ärztliche Untersuchung?
Ja. Vor dem Lernfahrausweis ist eine verkehrsmedizinische Untersuchung Pflicht. Verlangt werden unter anderem eine Sehschärfe von 0.8 bzw. 0.5, ein horizontales Gesichtsfeld von mindestens 140 Grad und eine Hörweite von 3 Metern.
Was ist der Retarder und warum ist er an der Prüfung so wichtig?
Der Retarder ist eine verschleisslose Dauerbremse, die den Bus ohne die Betriebsbremse verzögert, zum Beispiel im Gefälle. Ist eine solche Dauerbremse vorhanden und du benutzt sie an der Prüfung nicht, gilt das als schwerer Fehler – und damit als Durchfallgrund.
Wird der Komfort der Passagiere wirklich bewertet?
Ja. Die Prüfungsrichtlinien verlangen ausdrücklich langsames Beschleunigen, ruhiges Fahren und gleichmässiges Bremsen. Ruckartiges Anfahren oder abruptes Bremsen fliesst direkt in die Bewertung ein – auch wenn niemand im Bus sitzt.
Welche Manöver kommen an der Busprüfung dran?
Stichprobenartig geprüft werden: Rückwärtsfahren in gerader Richtung, in Kurven und beim Abbiegen an Verzweigungen, Parkieren für ein sicheres Ein- und Aussteigen der Passagiere, Wenden mit Vorwärts- und Rückwärtsgang sowie das korrekte Sichern des Fahrzeugs beim Verlassen.
Was muss ich an der Busprüfung im Fahrzeuginnern zeigen können?
Du nennst die Standorte der Sicherheitsausrüstung: Feuerlöscher, Bordapotheke, Notausstiege, Nothammer, Unterlegkeil, Pannendreieck und Warnweste. Dazu führst du die Notöffnung der automatischen Türen praktisch vor und prüfst deren Klemmschutz. Ausserdem erklärst du das Verhalten bei Brand und Panne, die Bordinstrumente sowie Länge, Breite, Höhe und Betriebsgewicht des Busses.
Wie gross ist das Prüfungsfahrzeug für die Kategorie D?
Der Prüfungsbus der Kategorie D ist mindestens 10 Meter lang, 2.30 Meter breit und muss mindestens 80 km/h erreichen. Für D1 genügt ein Gesellschaftswagen mit mindestens 4'000 kg Gesamtgewicht und 5 Metern Länge; zulässig ist auch ein Prüfungsfahrzeug der Unterkategorie C1.
Ich habe die Kategorie C – muss ich die D1-Prüfung trotzdem machen?
Nein. Wer die Kategorie C oder die Unterkategorie C1 besitzt und mindestens 21 Jahre alt ist, erhält die Unterkategorie D1 ohne Lernfahrausweis und ohne Theorie- oder Fahrprüfung. Der Eintrag erfolgt aber nicht automatisch, sondern nur auf Gesuch beim Strassenverkehrsamt.
Wie viele Fahrlektionen sind für die Kategorie D vorgeschrieben?
Anders als beim Auto gilt für die Kategorie D eine gesetzliche Mindestausbildung: 52 Lektionen beim Direkteinstieg ab Kategorie B, 24 Lektionen mit Kategorie C und 12 Lektionen für die beschränkte Kategorie D, etwa im Linienverkehr. Mit Kategorie C und 220 Tagen bzw. 500 Stunden Fahrpraxis entfällt das Minimum.
Brauche ich zusätzlich zur Busprüfung die CZV?
Sobald du berufsmässig Personen transportierst, brauchst du zusätzlich den CZV-Fähigkeitsausweis für den Personentransport. Für private Fahrten reicht der Führerausweis der Kategorie D oder D1.
Was gilt an der Busprüfung als schwerer Fehler?
Zu den schweren Fehlern zählen unter anderem: die vorhandene Dauerbremse (Retarder) nicht benutzen, ungenügende Spiegelbenützung, Trottoirs oder Verkehrsinseln unkontrolliert überfahren, keine Hilfsperson einsetzen, obwohl ein Manöver nicht gefahrlos möglich ist, sowie Aussteigen, ohne den Motor abzustellen oder das Fahrzeug gegen das Wegrollen zu sichern.

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Quellen: asa-Richtlinien Nr. 7 über die Führerprüfungen (asa.ch) · fuehrerausweise.ch: Kategorie D · fuehrerausweise.ch: Unterkategorie D1 · Strassenverkehrsamt Kanton Aargau. Alle Angaben ohne Gewähr; Gebühren und Abläufe können je nach Kanton abweichen.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31.