Führerausweis Kategorie D

Führerausweis Kategorie D: Bus und Car fahren

Linienbus, Schulbus, Reisecar: Die Kategorie D gilt für Personentransport-Fahrzeuge mit mehr als 8 Plätzen — ohne Obergrenze. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen gelten, warum bis zu 52 Fahrlektionen Pflicht sind und was der Weg kostet.

  • Ab 21 Jahren mit Fahrpraxis
  • 52, 24 oder 12 Pflichtlektionen — je nach Ausgangslage
  • Schliesst C1, D1 und die Taxi-Berechtigung (BPT) ein

Das Wichtigste in Kürze

Der Bus-Ausweis kompakt: Diese sechs Punkte solltest du zur Kategorie D kennen.

1

Ab 21 Jahren

Dazu brauchst du Fahrpraxis: seit mindestens 2 Jahren die Kategorie B oder seit mindestens 3 Monaten die Kategorie C.

2

Arztzeugnis Pflicht

Verkehrsmedizinische Untersuchung der Gruppe 2 — mit erhöhten Anforderungen an Sehschärfe, Gesichtsfeld und Gehör.

3

Nur Zusatztheorie

Die Basistheorie bleibt dir erspart: Geprüft wird der Zusatzstoff zum Personentransport. VKU und Nothelferkurs sind kein Thema mehr.

4

Gesetzliche Mindestausbildung

Anders als bei Auto und Lastwagen schreibt das Gesetz Fahrlektionen vor: 52 ab Kategorie B, 24 mit Kategorie C, 12 für die beschränkte Kategorie D.

5

Ein Ausweis, viel Inhalt

Die Kategorie D schliesst B, B1, C1, D1, F, G und M ein — und die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport (BPT) gleich mit.

6

CZV für den Beruf

Wer Fahrgäste gegen Bezahlung transportiert, braucht zusätzlich den CZV-Fähigkeitsausweis Personentransport.

Was du mit der Kategorie D fahren darfst

Mehr als 8 Plätze heisst Kategorie D — vom Schulbus bis zum Gelenkbus im Stadtverkehr.

Die Kategorie D ist der Ausweis für den Personentransport: Sie berechtigt dich, Motorwagen mit mehr als 8 Plätzen zu führen — der Führersitz zählt dabei nicht mit. Ob Linienbus im ÖV, Schulbus oder Reisecar: Bei der Platzzahl gibt es nach oben keine Grenze. Einen Anhänger darfst du mitführen, solange sein Gesamtgewicht 750 kg nicht übersteigt; für schwerere Anhänger gibt es die Kategorie DE.

Mit bestandener Prüfung sind diese Kategorien automatisch eingeschlossen:

  • B und B1 — Personenwagen und Kleinmotorfahrzeuge
  • C1 — Motorwagen von 3'500 bis 7'500 kg (Kategorie C1)
  • D1 — Kleinbusse bis 16 Plätze (Kategorie D1)
  • F, G und M — 45-km/h-Fahrzeuge, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Mofas
  • BPT — die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport

Taxi inklusive. Weil die BPT-Berechtigung in der Kategorie D enthalten ist, darfst du auch ohne separate Taxiprüfung berufsmässig Personen mit dem Personenwagen transportieren — und dank C1 zusätzlich leichte Lastwagen bis 7'500 kg fahren.

D, D1 oder DE — welcher Bus-Ausweis passt?

Platzzahl und Anhänger entscheiden, welche Kategorie du wirklich brauchst.

Kategorie Fahrzeuge Voraussetzungen
D1 Personentransporter mit mehr als 8 bis 16 Plätzen ab 21; 1 Jahr Fahrpraxis mit Kategorie B oder 3 Monate Kategorie C
D Personentransporter mit mehr als 8 Plätzen, ohne Obergrenze ab 21; 2 Jahre Kategorie B oder 3 Monate Kategorie C
DE Zugfahrzeug Kategorie D mit Anhänger über 750 kg ab 21; Kategorie D — keine weitere Theorieprüfung

Für Kleinbusse — etwa im Vereins- oder Schülertransport — reicht die Unterkategorie D1. Wer beruflich Richtung ÖV oder Reisecar will, fährt mit der grossen Kategorie D besser: Sie schliesst D1 automatisch ein, und du musst dich später nie mehr um die Platzzahl kümmern.

Voraussetzungen für die Kategorie D

Der Bus-Ausweis baut auf Erfahrung auf — ganz ohne Vorlauf geht es nicht.

Mindestalter 21

Den Bus-Ausweis gibt es frühestens mit 21 Jahren — das gilt für die Kategorie D wie für die Unterkategorie D1.

Fahrpraxis als Basis

Verlangt wird die Kategorie B seit mindestens 2 Jahren — oder die Kategorie C seit mindestens 3 Monaten.

Arztzeugnis (Gruppe 2)

Verkehrsmedizinische Untersuchung mit den erhöhten Werten für Berufsfahrer: Sehschärfe 0,8/0,5, Gesichtsfeld mindestens 140°, Hörweite 3 m auf beiden Ohren.

Zusatztheorieprüfung

Geprüft wird der Stoff zum Personentransport — die Basistheorie aus der Autoprüfung musst du nicht wiederholen.

VKU und Nothelfer? Erledigt

Beide Kurse hast du für die Kategorie B schon absolviert — für den Bus verlangt sie niemand ein zweites Mal.

Lernfahrausweis & Begleitung

Der Lernfahrausweis D gilt 24 Monate. Die Begleitperson auf Lernfahrten ist mindestens 23 Jahre alt und besitzt die Kategorie D seit mindestens 3 Jahren. C-Inhaber brauchen gar keinen Lernfahrausweis.

Abkürzung für Berufsleute: Wer innerhalb der letzten 2 Jahre während eines Jahres regelmässig und klaglos Lastwagen oder Trolleybusse gefahren ist — 220 Tage oder 500 Stunden —, erwirbt die Kategorie D ganz ohne Mindestlektionen.

Mindestausbildung und Kosten: 52, 24 oder 12 Lektionen

Anders als bei Auto und Lastwagen schreibt das Gesetz hier Fahrlektionen vor — und zwar nicht wenige.

Wer einen Bus voller Menschen durch den Verkehr steuert, trägt eine besondere Verantwortung. Deshalb gilt für die Kategorie D eine gesetzliche Mindestausbildung bei einem Fahrlehrer mit D-Berechtigung. Wie viele Lektionen à 45 Minuten es sind, hängt von deiner Ausgangslage ab:

Ausgangslage Pflichtlektionen Lektionskosten (à ca. CHF 200)
Direkteinstieg ab Kategorie B (auch C1/D1) 52 ca. CHF 10'400
Mit Kategorie C 24 ca. CHF 4'800
Kategorie D beschränkt (z. B. Linienverkehr) 12 ca. CHF 2'400
Kategorie C mit 220 Tagen / 500 Stunden Fahrpraxis keine

Dazu kommen die verkehrsmedizinische Untersuchung (rund CHF 180–250), die Zusatztheorie, amtliche Gebühren und für den Berufseinsatz die CZV. Rechnet man den kompletten Berufsweg inklusive CZV, liegen die Gesamtkosten je nach Route zwischen rund CHF 3'300 und 15'000. Die Tabelle zeigt auch, warum viele zuerst die Kategorie C machen: Sie reduziert die Pflichtlektionen von 52 auf 24 — und mit genug Lastwagen-Praxis entfällt das Minimum ganz.

Fahrschulen rechnen beim Bus oft in Doppellektionen: Ein Beispielanbieter verlangt CHF 450 für zwei Doppellektionen à 100 Minuten plus eine Versicherungspauschale von CHF 200. Preise und Pakete unterscheiden sich stark — bei DriveLab vergleichst du Fahrlehrer und Angebote in deiner Region.

Schritt für Schritt zum Bus-Ausweis

Von der Fahrpraxis bis zur Prüfung im Gesellschaftswagen: der Weg zur Kategorie D.

1

Fahrpraxis aufbauen

Basis ist die Kategorie B seit mindestens 2 Jahren — oder die Kategorie C seit mindestens 3 Monaten. Ohne diesen Vorlauf startet die Ausbildung nicht.

2

Zum Vertrauensarzt

Das Zeugnis der verkehrsmedizinischen Untersuchung (Gruppe 2) gehört zum Gesuch für den Lernfahrausweis.

3

Lernfahrausweis beantragen

Beim Strassenverkehrsamt deines Kantons; der Lernfahrausweis D ist 24 Monate gültig. Besitzt du die Kategorie C, entfällt dieser Schritt komplett.

4

Zusatztheorie bestehen

Der Theorie-Teil dreht sich um den Personentransport. Bestanden sein muss er, bevor du zur praktischen Prüfung antrittst.

5

Mindestlektionen absolvieren

52, 24 oder 12 Lektionen bei einem Fahrlehrer mit D-Berechtigung — je nach Ausgangslage. Private Lernfahrten gehen nur mit Begleitperson, die die Kategorie D seit mindestens 3 Jahren besitzt.

6

Praktische Prüfung im Gesellschaftswagen

Geprüft wird auf einem Bus von mindestens 10 m Länge und 2,30 m Breite, der 80 km/h erreicht. Bestanden? Dann gehören dir auch C1, D1 und die BPT.

Vertiefung: Ablauf, Manöver und typische Fehler der praktischen Prüfung findest du im Detail-Guide zur Busprüfung (Kategorie D).

CZV Personentransport: Pflicht für den Berufsalltag

Der Führerausweis D allein erlaubt nur private Fahrten — bezahlter Personentransport braucht den Fähigkeitsausweis.

Ob Linienbus, Schulbus oder Reisecar: Wer mit Fahrzeugen der Kategorien D oder D1 berufsmässig Personen befördert, braucht seit dem 1. September 2009 zusätzlich den CZV-Fähigkeitsausweis für den Personentransport — international als «Ausweis 95» bekannt. Die CZV-Prüfung folgt nach Zusatztheorie und praktischer Führerprüfung und besteht aus fünf Teilprüfungen: einer schriftlichen Theorieprüfung, zwei bildgestützten E-Prüfungen, einer mündlichen und einer praktischen Prüfung.

CZV-Posten Richtwert
CZV-Prüfung ca. CHF 740 exkl. MwSt.
CZV-Grundausbildung (Vorbereitung) ca. CHF 2'000
Weiterbildung (5 Tage à 7 Stunden in 5 Jahren) CHF 180–280 pro Tag

Der Fähigkeitsausweis ist 5 Jahre gültig; zur Verlängerung besuchst du in dieser Zeit 5 Weiterbildungstage — insgesamt 35 Stunden. Keine CZV brauchst du für private Fahrten, für Lern- und Prüfungsfahrten oder für Fahrzeuge bis 45 km/h.

Berufsbild: Am Steuer von ÖV und Reisecar

Kaum eine Branche sucht so dringend Nachwuchs wie der Personentransport.

Der Chauffeurmangel ist längst nicht nur ein Lastwagen-Thema: Er trifft Bus- und Carchauffeure gleichermassen — von den städtischen Verkehrsbetrieben bis zum Reisecar-Unternehmen. Unter dem Strich fehlen der Branche Jahr für Jahr rund 3'000 Fahrerinnen und Fahrer, die heute vor allem in der EU rekrutiert werden.

Für dich heisst das: Mit Kategorie D und CZV bist du gefragt — im Linienverkehr mit planbaren Diensten in deiner Region oder auf dem Reisecar unterwegs durch Europa. Manche Arbeitgeber im Personentransport beteiligen sich an den Ausbildungskosten; für den Einstieg im Linienverkehr existiert zudem die beschränkte Kategorie D mit nur 12 Pflichtlektionen. Und wer vom Güterverkehr kommt, hat den kürzesten Weg: Mit der Kategorie C sind es noch 24 Lektionen — mit genug Fahrpraxis gar keine.

Häufige Fragen zur Kategorie D

Was darf ich mit der Kategorie D fahren?
Alle Motorwagen zum Personentransport mit mehr als 8 Plätzen ausser dem Führersitz — vom Kleinbus über den Linienbus bis zum Reisecar. Eine Obergrenze bei der Platzzahl gibt es nicht. Ein Anhänger ist bis 750 kg Gesamtgewicht erlaubt.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Kategorie D?
Du musst mindestens 21 Jahre alt sein und entweder seit 2 Jahren die Kategorie B oder seit 3 Monaten die Kategorie C besitzen. Dazu kommen eine verkehrsmedizinische Untersuchung, die Zusatztheorieprüfung und die gesetzliche Mindestausbildung beim Fahrlehrer.
Warum sind für die Kategorie D so viele Fahrlektionen vorgeschrieben?
Wer einen Bus lenkt, trägt Verantwortung für viele Fahrgäste. Deshalb verlangt das Gesetz — anders als beim Auto- oder Lastwagen-Ausweis — eine Mindestausbildung: 52 Lektionen à 45 Minuten beim Direkteinstieg ab Kategorie B, 24 Lektionen mit Kategorie C und 12 Lektionen für die auf den Linienverkehr beschränkte Kategorie D.
Geht es auch ohne die 52 Pflichtlektionen?
Ja, auf zwei Wegen: Mit der Kategorie C sinkt das Minimum auf 24 Lektionen. Und wer innerhalb der letzten 2 Jahre während eines Jahres regelmässig und klaglos Lastwagen oder Trolleybusse gefahren ist — 220 Tage oder 500 Stunden —, erwirbt die Kategorie D ganz ohne Mindestlektionen.
Was kostet der Führerausweis der Kategorie D?
Der grösste Posten sind die Fahrlektionen zu rund CHF 200: Der Direkteinstieg ab Kategorie B kostet mit 52 Lektionen etwa CHF 10'400, der Weg über die Kategorie C mit 24 Lektionen rund CHF 4'800, die beschränkte Variante mit 12 Lektionen rund CHF 2'400. Dazu kommen Arztzeugnis, Zusatztheorie, amtliche Gebühren und für den Berufseinsatz die CZV.
Was ist der Unterschied zwischen Kategorie D und D1?
Die Unterkategorie D1 ist auf Fahrzeuge mit höchstens 16 Plätzen beschränkt, die Kategorie D kennt keine Platz-Obergrenze. Für D1 genügt zudem 1 Jahr Fahrpraxis mit der Kategorie B statt 2 Jahre. Wer die Kategorie D besteht, erhält D1 automatisch dazu.
Brauche ich für die Kategorie D zusätzlich die CZV?
Nur für berufsmässige Fahrten. Wer Fahrgäste gegen Bezahlung transportiert — im Linienbus, Schulbus oder Reisecar — braucht neben dem Führerausweis den CZV-Fähigkeitsausweis für den Personentransport. Für rein private Fahrten genügt die Kategorie D allein.
Darf ich mit der Kategorie D auch Taxi fahren?
Ja. Die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport (BPT) ist in der Kategorie D bereits enthalten — eine separate Taxiprüfung brauchst du nicht. Ebenfalls eingeschlossen sind die Kategorien B, B1, C1, D1, F, G und M.
Kann ich mit dem Bus einen Anhänger ziehen?
Bis 750 kg Gesamtgewicht ja. Für schwerere Anhänger brauchst du zusätzlich die Kategorie DE — dafür ist keine weitere Theorieprüfung nötig, nur eine praktische Anhängerprüfung mit der Bus-Kombination.
Wie sind die Berufsaussichten mit der Kategorie D?
Der Fahrermangel trifft den Personentransport genauso wie den Güterverkehr: Der Branche fehlen pro Jahr rund 3'000 Fahrerinnen und Fahrer, ÖV-Betriebe und Reisecar-Unternehmen suchen laufend Personal. Manche Arbeitgeber beteiligen sich deshalb an den Ausbildungskosten — nachfragen lohnt sich.

Starte deinen Weg zur Kategorie D

Bei DriveLab findest und vergleichst du Fahrlehrer in deiner Region — transparent und mit Online-Buchung. Den Überblick über alle Ausweisklassen gibt dir der Guide Führerausweis Schweiz.

Quellen: asa — Kategorie D · asa — Kategorie D1 · asa — CZV-Fähigkeitsausweis · czv.ch — Kosten der Ausbildung · SRF — Chauffeurmangel. Gebühren und Preise variieren je nach Kanton, Fahrschule und Anbieter; alle Angaben ohne Gewähr.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-22.