CE-Prüfung: Ablauf, An- und Abkuppeln und Inbetriebnahme
Die Prüfung mit Lastwagen und Anhänger beginnt lange vor dem ersten Meter Fahrt: abkuppeln, kontrollieren, ankuppeln – alles unter den Augen des Experten. Hier findest du den Ablauf der CE-Prüfung mit Checklisten für Anhängerzug und Sattelschlepper, vom Löseventil bis zum LSVA-Gerät.
- Nach offiziellen Prüfkriterien und asa-Richtlinien
- Checklisten für beide Anhänger-Typen
- Inkl. LSVA, Zugversuch und Stolpersteinen
Das Wichtigste in Kürze
Die praktische Prüfung ist die einzige Prüfung auf dem Weg zur Kategorie CE – eine Theorieprüfung gibt es nicht. Entsprechend viel hängt an diesem einen Termin. Sechs Punkte, die du kennen solltest.
Mindestens 90 Minuten
So lange dauert die CE-Prüfung insgesamt, inklusive Begrüssung und Verabschiedung. Das schreibt die asa-Richtlinie Nr. 7 vor.
Inbetriebnahme: max. 30 Minuten
Für Abkuppeln, Kontrolle und Ankuppeln stehen höchstens 30 Minuten zur Verfügung – dieses Zeitfenster gilt nur für den Kontrollteil, nicht für die ganze Prüfung.
Zwei Anhänger-Typen
Geprüft wird mit Normal- oder Zentralachsanhänger – oder mit dem Sattelanhänger. Der Ablauf unterscheidet sich, die Anforderungen nicht.
An- und Abkuppeln ist das Kernstück
Sichern, trennen, kuppeln, kontrollieren: Der Verkehrsexperte will jeden Handgriff in einer sicheren Reihenfolge sehen – inklusive Zugversuch.
Keine Theorieprüfung
Zwischen dir und der Kategorie CE steht nur diese eine praktische Prüfung. Die Theorie hast du mit der Kategorie C bereits erledigt.
Prüfungszug bis 40 Tonnen
Der Prüfungszug misst mindestens 14 Meter und 21'000 kg zulässiges Gesamtzugsgewicht. Mit dem CE-Ausweis fährst du später bis zum 40-Tönner.
So läuft die CE-Prüfung ab
Drei Blöcke, ein Zeitbudget: Inbetriebnahme, Prüfungsfahrt und Manöver füllen zusammen mindestens 75 der insgesamt mindestens 90 Minuten.
Begrüssung und Ausweise
Der Verkehrsexperte begrüsst dich, kontrolliert Führerausweis und Lernfahrausweis CE und erklärt den Ablauf. Das nimmt den ersten Druck weg.
Inbetriebnahme (max. 30 Minuten)
Du kuppelst den Anhänger ab, kontrollierst beide Fahrzeuge, kuppelst wieder an und machst den Zug fahrbereit – inklusive LSVA-Gerät. Die Details folgen unten als Checklisten.
Prüfungsfahrt im Verkehr
Mit dem ganzen Zug durch Kreisel, Verzweigungen und Überlandstrecken. Der Experte achtet auf den Spurversatz (die Hinterachse schneidet die Kurve enger), die Spiegelarbeit und die Dauerbremse (Motorbremse oder Retarder).
Manöver und Entscheid
Rückwärtsfahren, Rampen-Parkieren, seitliches Versetzen. Danach entscheidet der Experte – und begründet das Resultat sofort.
Die 30 Minuten sind das Maximum für die Inbetriebnahme, also den Kontrollteil vor der Fahrt. Die ganze Prüfung dauert mindestens 90 Minuten. Selbst wenn die Inbetriebnahme das Zeitfenster voll ausschöpft, bleiben mindestens 45 Minuten für Fahrt und Manöver.
Inbetriebnahme Teil 1: Abkuppeln, Kontrolle, Ankuppeln
Inbetriebnahme heisst: Du übernimmst den Zug und machst ihn fahrbereit – und beweist dabei, dass du ihn selbständig kontrollieren kannst. Am Normal- oder Zentralachsanhänger läuft das in fünf Blöcken ab.
Der Experte prüft dabei kein Auswendiglernen, sondern deine Systematik: sichern, prüfen, kuppeln, kontrollieren. Er pickt Stichproben heraus und fragt nach – beherrschen musst du den ganzen Ablauf. Diese Checklisten folgen den offiziellen Prüfkriterien der Strassenverkehrsämter (Beispiel Kanton Luzern, Prüfdokument CF-16-05) und den asa-Richtlinien. Andere Kantone prüfen nach denselben asa-Grundsätzen, mit höchstens minimalen Abweichungen.
Zu den Begriffen: Ein Normalanhänger hat eine gelenkte Vorderachse, die über einen Drehkranz mit dem Aufbau verbunden ist. Beim Zentralachsanhänger sitzen die Achsen in der Fahrzeugmitte, und die starre Deichsel drückt mit der Stützlast auf die Kupplung. Die Grundlogik des Kuppelns kennst du vielleicht von der Anhängerprüfung BE am Personenwagen – neu sind Druckluftbremse, Fangmaul-Kupplung und LSVA. Die Sattel-Variante folgt im nächsten Abschnitt.
- Standort wählen: abstellen erlaubt, niemand wird behindert, Boden möglichst eben
- Anhänger sichern: Feststellbremse anziehen und Unterlegkeil setzen
- Beim Zentralachser kurbelst du die Stützvorrichtung so weit herunter, dass sie der Deichsel etwas Last abnimmt – achte dabei darauf, wo der Schwerpunkt der Ladung liegt
- Verbindungsleitungen trennen (Bremse, ABS, Licht) – die Reihenfolge ist frei
- Kupplung öffnen, mit dem Zugfahrzeug wegfahren, Kupplung am Zugfahrzeug wieder schliessen
- Das Löseventil des Anhängers auf «Lösen» stellen
- Rückstrahler auf Sauberkeit kontrollieren; ragt die Deichsel unauffällig in den Raum, markierst du sie sichtbar
Druckluft entweicht mit der Zeit. Ein abgestellter Anhänger darf darum nie an der Druckluftbremse «hängen» – ihn halten Feststellbremse und Keil, also rein mechanische Mittel. Das Löseventil (der Knopf, der die Betriebsbremse des Anhängers löst) macht genau das sichtbar. Und beim Zentralachser gilt: Liegt der Schwerpunkt der Ladung zu weit hinten, kippt der abgestellte Anhänger nach hinten – die Stützvorrichtung vorne kann ihn nur halten, wenn die Deichsel Last trägt.
2. Identifikation: Kennst du deinen Zug? Anhand der Fahrzeugausweise von Zugfahrzeug und Anhänger zeigst du, dass du weisst, was du fährst – und ob du die beiden überhaupt kombinieren darfst. Du ordnest die Ausweisdaten zu (Kontrollschild, Fahrzeugart, Fahrgestellnummer, letzte Prüfung), erklärst die Gewichtsbegriffe und interpretierst die Auflagen. Dazu bestimmst du, was das Zugfahrzeug für diesen Anhänger mitbringen muss: die passende Verbindungseinrichtung, das passende Bremssystem, die elektrische Versorgung – und bei Gefahrgut die ADR/SDR-Ausrüstung, also die vorgeschriebene Gefahrgut-Ausrüstung.
- Gesamtgewicht / Gesamtzugsgewicht: das zulässige Maximum pro Fahrzeug bzw. für die ganze Kombination
- Leergewicht und Nutzlast: was das Fahrzeug wiegt – und was es zuladen darf
- Betriebsgewicht: das tatsächliche Gewicht im Moment, mit Ladung und Besatzung
- Stützlast (Deichsellast): die Last, mit der die Deichsel senkrecht auf die Kupplung drückt
- Anhängelast: das Gewicht, das das Zugfahrzeug gemäss Ausweis ziehen darf
- Adhäsionsgewicht: das Gewicht auf den angetriebenen Achsen – es entscheidet über die Traktion
- Achslasten: das zulässige Gewicht pro Achse
- Ziffer 243 bzw. 185: zulässige Achslasten des Zugfahrzeugs bzw. Deichsellast und Achslasten des Anhängers
- Ziffer 248: Anhänger nur mitführen, wenn die Versorgung des ABV gesichert ist – ABV steht für automatischer Blockierverhinderer, das ABS des Anhängers
- Ziffer 333: Gefahrgut nur, wenn der Gefahrguttransport im Ausweis des Zugfahrzeugs bewilligt ist
Auflagen sind nummerierte Zusatzbestimmungen im Fahrzeugausweis (definiert in der asa-Richtlinie Nr. 6). Sie gelten fürs Zugfahrzeug und für den Anhänger – wer sie nicht deuten kann, weiss nicht, was sein Zug darf.
3. Rundumkontrolle: einmal ums Fahrzeug. Der Anhänger steht abgekuppelt – jetzt folgt die Sichtkontrolle rundherum, immer in derselben Systematik: Front, Seite, Heck. So übersiehst du nichts.
- Aufbau und Blache von Schnee, Eis und losen Teilen befreien
- Bremsschläuche, Licht- und ABS-Kabel samt Steckern: dicht, unbeschädigt, keine Alterungsrisse
- Deichselauge – die Stahlöse, die in die Kupplung greift – auf Abnützung kontrollieren: Ausgeschlagen bedeutet Spiel, und der Zug schlägt
- Deichsel: nicht verbogen, ohne Spiel
- Drehkranz: fest montiert, ohne Spiel, frei drehbar – er lagert die gelenkte Vorderachse des Normalanhängers
- Blick unters Fahrzeug: Stossdämpfer, Federn, Verschraubungen – nichts hängt herab
- Beleuchtung und Rückstrahler rundum sauber und intakt
- Aufbau fest, Blache verzurrt, Türen geschlossen
- Wechselaufbau (austauschbare Ladebrücke): Verschlüsse arretiert, Stützen gesichert
- Reifen: Schäden, Profiltiefe, Druck – bei Zwillingsrädern eingeklemmte Steine entfernen
- Radschrauben: Rostwasser oder Bewegungsspuren verraten lockere Schrauben
- Druckluft-Vorratsbehälter entwässern – Kondenswasser gehört raus, bevor es die Anlage angreift oder im Winter gefriert
- Keil und Reserverad vorhanden und einsatzbereit
- Seitlicher Unterfahrschutz verriegelt und unbeschädigt – er verhindert, dass Fussgänger und Zweiradfahrer seitlich unters Fahrzeug geraten
- Hebebühne gesichert: Verschluss, Markierungen, Hydraulik dicht
- Hinten: Unterfahrschutz montiert und richtig eingestellt
- Blick in den Laderaum: Ist die Ladung richtig verteilt und gesichert?
4. Ankuppeln: Schritt für Schritt zurück zum Zug. Jetzt kommt die Übung, an der sich die CE-Prüfung entscheidet. Arbeite ruhig, kontrolliere nach jedem Handgriff – Hektik ist hier der schlechteste Beifahrer.
- Rückwärts bis etwa einen Meter vor den Anhänger fahren
- Kupplung öffnen – das Fangmaul muss arretiert sein: Die trichterförmige Öffnung fängt das Deichselauge ein und muss dafür in offener Stellung einrasten, sonst kann die Kupplung nicht automatisch schliessen
- Am Anhänger kontrollieren: Feststellbremse angezogen? Keil gesetzt? Löseventil auf «Lösen»?
- Die Deichsel zur Kupplung ausrichten – seitlich wie in der Höhe
- Langsam zurückfahren, bis die Deichsel einkuppelt; die Verbindung mit leichtem Vor- und Zurückrollen testen
- Verriegelung prüfen: Kontrollstift bzw. Verriegelungsanzeige muss auf «geschlossen» stehen (Betriebsvorschrift der Kupplung beachten)
- Keil entfernen
- Leitungen anschliessen – Bremse, ABS, Licht; auf saubere Leitungsführung achten: Nichts scheuert, nichts hängt durch
- Druckluftvorrat ergänzen, bis die Anlage Betriebsdruck hat
- Zugversuch: mit angezogener Anhänger-Feststellbremse kurz anziehen – hält die Verbindung, ist die Kupplung wirklich verriegelt
- Funktionskontrolle der Beleuchtung – mit einer Hilfsperson
- Feststellbremse am Anhänger lösen
- Bremszylinder-Ausstossweg kontrollieren, soweit zugänglich (siehe Kasten unten)
- Bremskraftregler prüfen – er verteilt die Bremskraft passend zur Beladung; einen manuellen Regler stellst du auf die aktuelle Ladung ein
- Zweiter Zugversuch: Jetzt zeigt sich, ob die Betriebsbremse des Anhängers greift. Danach die Bremsleitungen wieder anschliessen
- Deichsellänge bestimmen: sicherstellen, dass der Anhänger beim Rangieren nirgends ans Zugfahrzeug stösst
Beim Bremszylinder-Ausstossweg und bei der Deichsellänge musst du an der Prüfung nicht unter das Fahrzeug kriechen und nachmessen. Verlangt wird, dass du die Messmethode erklären kannst. Zum Hintergrund: Der Ausstossweg ist der Weg, den die Kolbenstange des Bremszylinders beim Bremsen ausfährt. Ist er zu lang, ist die Bremse schlecht nachgestellt – die Bremswirkung kommt zu spät und zu schwach. Je nach Bremssystem machst du ihn sichtbar, indem du die Bremsleitungen trennst und die Lösevorrichtung betätigst.
- LSVA-Erfassungsgerät bedienen und den Anhänger deklarieren
- Bordinstrumente prüfen: Vorratsdrücke, Temperaturen, Öldruck, Kontrolllampen
LSVA steht für die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe: Schwere Fahrzeuge zahlen pro gefahrenen Kilometer, abgestuft nach Gewicht. Deshalb der entscheidende Handgriff am Erfassungsgerät im Führerhaus: den Anhänger deklarieren. Ohne Deklaration rechnet das Gerät mit dem falschen Zugsgewicht – und die Abgabe stimmt nicht.
Die Sattelanhänger-Variante: Auf- und Absatteln
Beim Sattelschlepper übernimmt ein Königszapfen die Arbeit der Deichsel – das ändert das halbe Prozedere. Die Kontrolle bleibt dieselbe, das Kuppeln heisst hier Auf- und Absatteln.
Drei Begriffe machen den Unterschied. Der Königszapfen ist der massive Stahlzapfen unter der Front des Aufliegers. Er greift in die Sattelkupplung, die Kupplungsplatte mit Verriegelung auf dem Zugfahrzeug. Und statt eines Stützrads trägt der abgestellte Auflieger vorne zwei kurbelbare Stützen. Als Werkzeug kommt die Luftfederung dazu: Mit ihr senkst und hebst du das Heck des Sattelschleppers – so fährst du unter den Auflieger und nimmst ihn auf. Auch diese Checklisten folgen den Prüfkriterien am Beispiel des Kantons Luzern (CF-16-05); andere Kantone prüfen nach denselben asa-Grundsätzen.
Die Rundumkontrolle läuft wie beim Anhängerzug – mit einem Unterschied vorne: Statt Deichsel, Deichselauge und Drehkranz prüfst du den Königszapfen und die Sattelplatte (die Stahlplatte an der Unterseite des Aufliegers) auf Risse, Abnützung und Beschädigungen, dazu Kupplungsköpfe und Stecker der Leitungen.
- Standort prüfen: erlaubt, eben, niemand wird behindert
- Auflieger sichern: Feststellbremse anziehen, Keil setzen
- Stützen herunterkurbeln, bis noch etwas Druck auf der Sattelkupplung bleibt; auf weichem Boden oder empfindlichem Belag Unterlagen unter die Stützen legen
- Ladung und Schwerpunkt beachten – Kippgefahr
- Verbindungsleitungen trennen (Reihenfolge frei)
- Verriegelung bzw. Schloss der Sattelkupplung öffnen
- Rund 50 cm vorfahren und die Luftfederung absenken; dann etwa einen Meter vorfahren und die Federung auf Fahrstellung bringen
- Löseventil der Betriebsbremse auf «Lösen» stellen
- Rückstrahler vorne am Auflieger herunterklappen und auf Sauberkeit prüfen
- Rückwärts bis etwa einen Meter vor den Auflieger fahren
- Sattelkupplung in Länge und Höhe kontrollieren – nichts darf am Zugfahrzeug anstossen
- Verriegelung der Sattelkupplung geöffnet? Allenfalls die Kotflügelabdeckung entfernen
- Am Auflieger kontrollieren: Feststellbremse angezogen, Keil gesetzt, Löseventil auf «Lösen»
- Rückstrahler wieder hochklappen
- Luftfederung absenken und zurückfahren, bis zwischen Kupplung und Königszapfen noch rund 50 cm bleiben – beide müssen fluchten, also genau in einer Linie liegen
- Mit der Luftfederung anheben: Das Spiel muss verschwinden, die Stützen werden leicht entlastet
- Zurückfahren, bis die Verriegelung einrastet – hörbar und spürbar; danach mit kurzen Bewegungen prüfen
- Verriegelung von Auge kontrollieren und die Sicherung einhängen – zwischen Kupplung und Sattelplatte darf kein Spiel bleiben
- Stützen mit der Luftfederung ganz entlasten, hochkurbeln, Kurbel einhängen
- Ab hier läuft es wie beim Anhängerzug: Keil entfernen, Leitungen anschliessen, Druckvorrat ergänzen, Zugversuch, Lichtkontrolle, Ausstossweg, Bremskraftregler, zweiter Zugversuch
Die Stützen bleiben beim Absatteln bewusst leicht unter Druck – so sackt der Auflieger nicht ab, wenn die Kupplung öffnet. Die Unterlagen verhindern, dass die Stützen unter tonnenschwerer Punktlast einsinken oder den Belag beschädigen. Spiel zwischen Kupplung und Sattelplatte bedeutet Schläge bei jedem Anfahren und Bremsen – und frisst Königszapfen wie Kupplung. Und die klappbaren Rückstrahler vorne machen den abgestellten Auflieger im Dunkeln sichtbar; im Fahrbetrieb gehören sie hochgeklappt.
Das hängt von deiner Fahrschule und ihrem Prüfungszug ab: Ausgebildet und geprüft wird auf dem Fahrzeug, das sie einsetzt – Anhängerzug oder Sattelschlepper. Beide Varianten sind gleichwertig, und für beide gilt dieselbe Maximalzeit von 30 Minuten für die Inbetriebnahme.
Beim Wegfahren: die letzten vier Kontrollen
Angekuppelt heisst noch nicht fahrbereit. Bevor du dich in den Verkehr einfügst, stehen vier Kontrollen an – sie gelten für beide Anhänger-Typen.
Masse der Kombination kennen
Länge, Breite und Höhe des ganzen Zugs musst du auswendig wissen – wegen der Signalisation: Höhenbeschränkungen und enge Durchfahrten fragen nicht nach.
Drehen die Räder frei?
Kurz links und rechts einlenken und kontrollieren, ob die Anhängerräder frei mitrollen – ein blockiertes Rad zeigt sich sofort.
Bremsen gelöst?
Bei geringem Tempo kurz auskuppeln und den Zug rollen lassen. Rollt er frei aus, klemmt keine Bremse.
Bremsprobe
Bald nach dem Losfahren prüfst du das Ansprechen der Bremsen – mit Blick auf den Verkehr. Erst die Bremsprobe zeigt, ob die Anlage im ganzen Zug zusammenspielt.
Häufige Stolpersteine – und wie du sie vermeidest
Die meisten Patzer in der Inbetriebnahme sind keine Wissenslücken, sondern vergessene Handgriffe. Diese sechs Punkte lassen sich direkt aus den Prüfkriterien ableiten.
Der Keil
Vor dem Abkuppeln setzen, nach dem Ankuppeln entfernen. Ein vergessener Keil ist der Klassiker – bau dir eine feste Reihenfolge auf, die ihn einschliesst.
Der Zugversuch
Kurz anziehen bei angezogener Anhängerbremse: Nur so weisst du, ob die Kupplung wirklich verriegelt ist. Eine Kupplung kann geschlossen aussehen – und es nicht sein.
Das Löseventil
Beim Abstellen auf «Lösen», beim Ankuppeln kontrollieren. Der Grundsatz dahinter: Ein abgestellter Anhänger wird mechanisch gehalten – nie von schwindender Druckluft.
Spiel an der Sattelkupplung
Nach dem Aufsatteln prüfen: Zwischen Kupplung und Sattelplatte darf kein Spiel sein. Spiel bedeutet Schläge bei jedem Anfahren und Bremsen – und Verschleiss am Königszapfen.
Das LSVA-Gerät
Der Anhänger muss im Erfassungsgerät deklariert sein. In der Prüfungsnervosität geht das gerne vergessen – nimm es fix in deine Wegfahr-Routine auf.
Die Gewichtsbegriffe
Stützlast, Anhängelast, Adhäsionsgewicht: Wer die Begriffe nicht am Fahrzeugausweis erklären kann, gerät in der Identifikation ins Schwimmen. Lerne sie mit dem Ausweis in der Hand.
Prüfungsfahrt und Manöver: der zweite Teil
Nach der Inbetriebnahme gehört der Rest der Prüfung der Fahrt im Verkehr und den Manövern – mit dem ganzen Zug.
In der Fahrt achtet der Experte auf das, was den Lastzug ausmacht: den Spurversatz der Hinterachse in Kurven, die Zuglänge an Verzweigungen, konsequente Spiegelarbeit und den Einsatz der Dauerbremse im Gefälle. Bei den Manövern stehen Rückwärtsfahren, Rampen-Parkieren und seitliches Versetzen auf dem Programm. Hier bleibt es bewusst kurz: Prüfungszug-Masse, Manöverliste und Fehlerkatalog findest du auf der CE-Übersichtsseite im Prüfungsabschnitt. Die Lastwagen-Basics – Bewertungssystem, Rundumkontrolle am Zugfahrzeug, Tachograf – erklärt der Ratgeber zur Lastwagenprüfung (Kategorie C).
Und falls du nach einem «Lastwagen-Anhänger-Kurs» suchst: Einen Kurs mit Theorie und Kursbestätigung gibt es für CE nicht. Die Vorbereitung besteht aus praktischen Fahrlektionen mit dem Lastzug – so viele, bis Kuppel-Prozedere und Rückwärtsmanöver sitzen. Fahrlehrer mit Lastzug-Ausbildung findest du über die Fahrlehrer-Suche.
Die Anhängerprüfung gilt kategorieübergreifend: Bestehst du sie mit dem Lastzug, deckt sie auch BE, C1E und D1E ab – und DE, sobald du die Buskategorie D erwirbst; den Führerausweis fürs jeweilige Zugfahrzeug brauchst du natürlich trotzdem. Wie die Busprüfung abläuft, liest du im eigenen Ratgeber.
Häufige Fragen zur CE-Prüfung
Wie lange dauert die Inbetriebnahme an der CE-Prüfung?
Wird die CE-Prüfung mit Sattelschlepper oder Anhängerzug gefahren?
Muss ich an der CE-Prüfung das LSVA-Gerät bedienen?
Muss ich den Bremszylinder-Ausstossweg unter dem Fahrzeug nachmessen?
Welche Dokumente spielen an der CE-Prüfung eine Rolle?
Gilt die bestandene CE-Anhängerprüfung auch für DE?
Was ist der Unterschied zwischen Stützlast und Sattellast?
Warum muss das Löseventil beim abgestellten Anhänger auf «Lösen» stehen?
Was passiert, wenn ich den Zugversuch vergesse?
Gut vorbereitet an die CE-Prüfung
Bei DriveLab vergleichst du Fahrlehrer mit Lastzug-Ausbildung in deiner Region und buchst online. Einen Überblick über alle Ausweisklassen gibt der Guide Führerausweis Schweiz.
Quellen: Prüfkriterien «Inbetriebnahme» der praktischen Führerprüfungen BE, C, CE, D – Strassenverkehrsamt Luzern, Prüfdokument CF-16-05;
asa-Richtlinien Nr. 7 «Abnahme von Führerprüfungen», Fassung vom 22. November 2024, in Kraft seit 1. Januar 2025 –
asa-Online-Bibliothek.
Andere Kantone prüfen nach denselben asa-Grundsätzen mit minimalen Abweichungen; verbindlich ist das Strassenverkehrsamt deines Kantons.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31.