Praktische Lastwagenprüfung (Kategorie C): Ablauf und Tipps
Mindestens 90 Minuten auf dem 12-Tönner: So läuft die Lastwagenprüfung ab – von der Rundumkontrolle mit Tachograf über die Bremsprobe bis zum Parkieren an der Rampe. Mit allen Zahlen für C und C1.
- Fakten aus den asa-Richtlinien (Stand 2025)
- Erfolgsquote 2025: 83 % (Kat. C)
- Inkl. Kosten und CZV-Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Die praktische Prüfung ist der letzte Schritt zum Führerausweis der Kategorie C – oder zur Unterkategorie C1 bis 7'500 kg. Diese sechs Punkte solltest du kennen, bevor du aufsteigst.
Mindestens 90 Minuten
Mindestens 90 Minuten, davon mindestens 75 im öffentlichen Strassenverkehr – deutlich länger als die Autoprüfung.
Kategorie B ist Pflicht
Ohne gültigen Ausweis der Kategorie B keine Lastwagenprüfung. Dazu kommen Arztzeugnis (verkehrsmedizinische Untersuchung) und die bestandene Zusatztheorie.
Grosses Prüfungsfahrzeug
Kategorie C: mindestens 12 t Betriebsgewicht, 8 m Länge, 2,30 m Breite. C1: mindestens 4 t Gesamtgewicht und 5 m Länge.
Rundumkontrolle inkl. Tachograf
Vor der Fahrt zeigst du, dass du Radmuttern, Luftdruck, Ladungssicherung, Fahrzeugausweis und Tachograf im Griff hast.
Dauerbremse nicht vergessen
Wer Retarder oder Motorbremse gar nicht einsetzt (wo vorhanden), kassiert einen schweren Fehler – einer der typischen Durchfallgründe.
83 bis 88 % bestehen
Erfolgsquote 2025: 83 % bei Kategorie C, 88 % bei C1. Hohe Werte – weil fast nur gut vorbereitete Berufsleute antreten.
Im Video erklärt
Voraussetzungen: Das brauchst du vor der Prüfung
Anders als bei der Autoprüfung startest du nicht bei null – aber der Weg zum Lastwagen hat ein paar eigene Hürden.
Die Kategorie C baut auf der Kategorie B auf: Der Vorbesitz des Autoausweises ist zwingend. Bevor du den Lernfahrausweis bekommst, musst du zudem zu einer verkehrsmedizinischen Untersuchung – mit erhöhten Anforderungen an Sehschärfe (0,8/0,5), Gesichtsfeld (mind. 140 Grad) und Gehör (Hörweite 3 m beidseitig). Wie alle Ausweisklassen zusammenhängen, zeigt unsere Übersicht zum Führerausweis in der Schweiz.
- Gültiger Führerausweis der Kategorie B (Vorbesitz zwingend)
- Verkehrsmedizinische Untersuchung bestanden (vor dem Lernfahrausweis)
- Gültiger Lernfahrausweis C bzw. C1 (24 Monate gültig)
- Zusatztheorieprüfung bestanden (LKW-spezifischer Stoff, bei C1 30 Fragen)
- Mindestalter 18 Jahre
Keine zweite Basistheorie (die hast du mit der Theorieprüfung fürs Auto erledigt), kein VKU, kein Nothelferkurs. Aber Achtung: Lernfahrten auf dem Lastwagen gehen nur mit Begleitperson – mind. 23 Jahre alt, seit mind. 3 Jahren im Besitz der Kategorie, nicht auf Probe.
Das Prüfungsfahrzeug: 12 Tonnen für C, 4 Tonnen für C1
Geprüft wird nicht auf irgendeinem Lieferwagen: Die asa-Richtlinien schreiben Mindestmasse vor, damit der Experte deine Kompetenzen am echten Brummi sehen kann.
| Anforderung | Kategorie C | Unterkategorie C1 |
|---|---|---|
| Fahrberechtigung | Motorwagen über 3'500 kg Gesamtgewicht | Motorwagen über 3'500 bis 7'500 kg |
| Gewicht Prüfungsfahrzeug | Betriebsgewicht mind. 12 t | Zulässiges Gesamtgewicht mind. 4 t |
| Länge | Mind. 8 m | Mind. 5 m |
| Breite | Mind. 2,30 m | Keine Mindestbreite vorgeschrieben |
| Geschwindigkeit | Erreicht 80 km/h | Erreicht 80 km/h |
| Aufbau | Geschlossener Körper, mind. so breit und hoch wie die Führerkabine | Geschlossener Körper, mind. so breit und hoch wie die Führerkabine |
Sonderfall C1 mit Code 118 (Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Zivilschutz): Geprüft wird mit einem Einsatzfahrzeug über 7'500 kg Betriebsgewicht oder einem Fahrschullastwagen der Kategorie C.
Ablauf und Dauer: mindestens 90 Minuten
Die Lastwagenprüfung dauert mindestens 90 Minuten inklusive Begrüssung und Verabschiedung – davon fährst du mindestens 75 Minuten im öffentlichen Strassenverkehr.
Der Verkehrsexperte begrüsst dich möglichst ausserhalb des Fahrzeugs – das soll Nervosität abbauen – und kontrolliert Ausweise und Fahrfähigkeit. Danach gilt «vom Leichten zum Schweren»: erst eine Angewöhnungsstrecke (rund 10 Prozent der Prüfungszeit), dann zwei etwa gleich lange Phasen mit Verkehr, Manövern und steigenden Anforderungen.
Auf dem Lastwagen achtet der Experte auf Dinge, die es an der Autoprüfung so nicht gibt: eine gleichmässige Fahrweise, die Gewicht, Abmessungen und Ladung berücksichtigt; sauberes Beobachten über die Aussenspiegel; den Spurversatz der Hinterachse in Kurven und beim Abbiegen; den Umgang mit den verschiedenen Bremssystemen – und besondere Vorsicht gegenüber Velofahrern und Fussgängern. Auch die Autobahn gehört dazu: Ein- und Ausfahrt, Abstände, toter Winkel und Überlandstrecken mit 80 km/h.
Möglichst bald nach dem Losfahren musst du bei günstiger Gelegenheit das Ansprechen der Betriebs- und der Feststellbremse kontrollieren. Wer die Bremsprobe vergisst, sammelt einen mittelschweren Fehler, bevor die Fahrt richtig begonnen hat.
Rundumkontrolle: Die Prüfung beginnt vor dem Einsteigen
Das Besondere an der Lastwagenprüfung: Bevor ein Meter gefahren wird, zeigst du in den Vorbereitungsarbeiten, dass du die Betriebssicherheit deines Fahrzeugs beurteilen kannst.
Der Experte fragt stichprobenartig ab – du solltest also den ganzen Kontrollgang beherrschen, nicht nur einzelne Posten:
- Reifen, Räder und Radmuttern, Bremsanlage, Lenkung
- Beleuchtung, Rückstrahler, Blinker, Hupe, Scheibenwischer und Windschutzscheibe
- Luftdruck, Luftbehälter und Radaufhängungen
- Flüssigkeiten: Motorenöl, Kühlmittel, Waschflüssigkeit
- Aufbau und Beladung: Blachenverdeck, Frachttüren, Ladungsmechanismus, Verriegelung der Kabine
- Art und Sicherung der Ladung
- Sitzposition, Spiegel, Gurt und Einstellungen wie Fahrerassistenzsysteme (FAS)
- Armaturen bedienen – einschliesslich Fahrtschreiber (Tachograf)
- Fahrzeugausweis überprüfen
Fehlende Ladungskontrolle gilt als schwerer Fehler, eine mangelhafte Rundum- und Funktionskontrolle als mittelschwerer – der Kontrollgang ist Teil der Bewertung, kein Aufwärmen.
Inbetriebnahme im Detail: Ausweis, Dokumente, Kontrollgang
Für die Inbetriebnahme sind bei der Kategorie C maximal 20 Minuten reserviert – als Teil der Prüfung, nicht zusätzlich. In dieser Zeit zeigst du, dass du dein Fahrzeug wirklich kennst.
Die Rundumkontrolle oben zeigt, was drankommen kann. Die Inbetriebnahme ist der offizielle Rahmen dazu. Der Experte will keine auswendig gelernte Liste hören. Er will sehen, dass du die Betriebssicherheit deines Lastwagens selbständig beurteilst – mit System und mit Begründung. Genau darum erklären wir hier nicht nur, was geprüft wird, sondern warum.
Diese Vertiefung folgt den offiziellen Prüfkriterien der Strassenverkehrsämter (Beispiel Kanton Luzern, Prüfdokument CF-16-05) und den asa-Richtlinien. Andere Kantone prüfen nach denselben asa-Grundsätzen – mit minimalen Abweichungen im Detail.
Erster Schritt ist die Identifikation: Du belegst am Fahrzeugausweis, dass Papier und Fahrzeug zusammengehören – etwa über Kontrollschild, Marke und Fahrgestellnummer. Danach wird es rechnerisch, denn die Gewichtsbegriffe im Ausweis musst du erklären können:
- Leergewicht: das fahrbereite Fahrzeug ohne Ladung
- Nutzlast: so viel darfst du zuladen
- Gesamtgewicht: die Obergrenze für Fahrzeug plus Ladung
- Gesamtzuggewicht: die Obergrenze für Lastwagen und Anhänger zusammen
- Achslasten: das Maximalgewicht pro Achse – entscheidend für die Ladungsverteilung
- Betriebsgewicht: was dein Fahrzeug jetzt gerade wiegt, inklusive Fahrer und Ladung
- Minimales Adhäsionsgewicht: das Mindestgewicht auf der Antriebsachse. Nur mit genug Last auf den Antriebsrädern greift der Lastwagen richtig (Traktion). Ist die Ladung ungünstig verteilt, drehen die Räder bei Nässe oder am Berg durch
Zweiter Blick: die Auflagen. Das sind Zahlencodes im Fahrzeugausweis. Jede Ziffer steht für eine Vorschrift aus der asa-Richtlinie Nr. 6 – der Experte kann auf jede zeigen und nach der Bedeutung fragen. Vier Beispiele:
| Ziffer | Auflage | Im Klartext |
|---|---|---|
| 138 | Markierungen an der Hebebühne | Die Warnmarkierungen müssen vorhanden sein – so bleibt die ausgefahrene Plattform für andere sichtbar. |
| 210 | Wechselaufbau über Unterfahrschutz | Der Wechselaufbau (austauschbare Ladebrücke) darf den hinteren Unterfahrschutz nur um ein bestimmtes Mass überragen – sonst verliert er seine Schutzwirkung. |
| 236 | Differenzierte Anhängelast | Für Zentralachsanhänger – Anhänger mit den Achsen in der Fahrzeugmitte – gilt eine eigene Anhängelast-Grenze. |
| 319 | Zulassungsbescheinigung | Sie muss im Fahrzeug mitgeführt werden. |
Die Auflagen-Ziffern gelten je nach Eintrag für das Zugfahrzeug oder den Anhänger. Ziffer 236 wird spätestens dann wichtig, wenn du Richtung Kategorie CE weitermachst.
Neben dem Fahrzeugausweis gehören weitere Papiere zum Lastwagen. Der Experte will nicht nur Namen hören, sondern den Zweck jedes Dokuments:
- Fahrzeugausweis: das Stammdokument – es muss zum Fahrzeug passen und mitfahren
- Abgaswartungsdokument: weist die regelmässige Abgaswartung nach – wisse, ob es noch gültig ist
- Lizenz für gewerbsmässige Gütertransporte: ausgestellt vom Bundesamt für Verkehr (BAV) – nötig, sobald gegen Bezahlung Güter transportiert werden
- Prüfberichte von Geschwindigkeitsbegrenzer und Tachograf: beide Geräte werden periodisch kontrolliert. Die Berichte musst du kennen – mitführen musst du sie in der Schweiz nicht
- LSVA-Aufzeichnungsformular: LSVA ist die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe. Fällt das Erfassungsgerät aus, hältst du die Fahrt auf diesem Formular fest
- Reserve-Einlageblätter beim analogen Tachografen – beziehungsweise deine persönliche Fahrerkarte beim digitalen
Der Kontrollgang selbst folgt einer festen Systematik: vorne starten, beide Seiten, zum Schluss das Heck. So vergisst du nichts – und der Experte sieht Methode statt Zufall. Ergänzend zur Checkliste oben gehören diese Posten dazu:
- Frontklappe öffnen: Die Kühler für Motor, Ladeluft und Klima müssen sauber und dicht sein – ein verstopfter Kühler lässt den Motor überhitzen
- Sichtbare Leitungen: keine Scheuerstellen, keine Risse, keine nassen Stellen. Ein Zischen verrät undichte Druckluft
- Blick unter das Fahrzeug: Frische Flecken am Boden bedeuten Öl- oder Kühlmittelverlust; herabhängen darf nichts
- Zwillingsräder: eingeklemmte Steine zwischen den Reifen entfernen – bei Tempo 80 werden sie zu Geschossen
- Druckluftbehälter entwässern: Kondenswasser ablassen und prüfen, ob der Lufttrockner arbeitet. Wasser in der Bremsanlage kann im Winter gefrieren – dann fällt die Bremse aus
- Batteriekasten und Werkzeugkisten: geschlossen und verriegelt – offene Deckel gehen unterwegs auf
- Auspuff: dicht, keine Durchrostung
- Tankdeckel: sitzt fest und dicht – auslaufender Diesel macht die Fahrbahn spiegelglatt
- Feuerlöscher: vorhanden, Prüfdatum gültig, Plombe unversehrt. Die Plombe beweist, dass der Löscher ungebraucht und einsatzbereit ist
- Seitlicher Unterfahrschutz: verriegelt und ohne Schäden – er verhindert, dass Velos oder Autos unter den Lastwagen geraten
- Wechselaufbau: Verschlüsse arretiert, Stützen gesichert; Unterlegkeil an Bord
- Hebebühne: verriegelt, Hydraulik dicht, Warnmarkierungen sichtbar
- Anhängerkupplung: Funktion und Verschleiss kontrollieren. Bei den Elektro- und Druckluftanschlüssen weisst du, welcher wozu dient, und erkennst schadhafte Köpfe
- Hinterer Unterfahrschutz: vorhanden und korrekt eingestellt – er stoppt auffahrende Autos, bevor sie unter die Ladefläche rutschen
- Dach und Aufbau: frei von Schnee und Eis, bevor du losfährst
Weiter geht es im Führerhaus. Hier zeigt sich, ob du das Fahrzeug auch von innen beherrschst:
- Bordinstrumente und Kontrolllampen: erklären, was sie anzeigen – und beurteilen, ob du losfahren darfst (zum Beispiel erst mit genügend Vorratsdruck in der Druckluftbremse)
- Masse und Betriebsgewicht auswendig: Länge, Breite, Höhe und aktuelles Gewicht. Bei jeder signalisierten Höhen- oder Gewichtsbeschränkung musst du sofort entscheiden können: durchfahren oder nicht
- Feuerlöscher-Standort nennen können – im Brandfall bleibt keine Zeit zum Suchen
- Pannendreieck griffbereit, allenfalls Warnweste; bei Gefahrgut die nach ADR/SDR (den Gefahrgut-Vorschriften) vorgeschriebene Zusatzausrüstung
- Funktionskontrolle der Beleuchtung mit Hilfsperson – allein siehst du nie, ob hinten alles leuchtet
Der Fahrtenschreiber (Tachograf) zeichnet Lenk- und Ruhezeiten auf. Beim analogen Gerät legst du das richtige Einlageblatt ein und erklärst die Aufzeichnung darauf. Beim digitalen bedienst du das Gerät mit deiner Fahrerkarte und erstellst einen Tagesausdruck. Für beide gilt: Du musst wissen, was bei einem Defekt zu tun ist – die Zeiten hältst du dann von Hand fest.
Mit dem Einsteigen ist die Inbetriebnahme nicht abgeschlossen. Kurz nach der Wegfahrt folgt die Bremsprobe – früh und bei sicherer Gelegenheit. Danach bleiben die Instrumente dein Radar: Vorratsdruck, Temperaturen, Öldruck. Leuchtet unterwegs eine Kontrolllampe, musst du sie deuten und die richtige Massnahme einleiten können.
Manöver: Rampe, Rückwärtsfahren, Wenden, Sichern
Bei der Autoprüfung wählt der Experte mindestens zwei Manöver aus – am Lastwagen sind alle vier Fahrübungen Prüfungsstoff.
Rückwärtsfahren
In gerader Richtung, in Kurven und bei Verzweigungen rechts oder links abbiegen – alles rückwärts, mit Rundumblick in kurzen Intervallen.
Parkieren an der Rampe
Sicher an eine Laderampe oder Plattform heranfahren, wie zum Be- und Entladen. Das Königsmanöver der Lastwagenprüfung.
Wenden
Mit Vorwärts- und/oder Rückwärtsgang, ohne den Verkehr unnötig zu behindern – und innert nützlicher Zeit.
Fahrzeug sichern
Beim Verlassen des Fahrzeugs: Motor abstellen, Feststellbremse anziehen, Keil unterlegen. Aussteigen mit laufendem Motor ist ein schwerer Fehler.
Wichtig beim Manövrieren: Wenn du nicht jede Gefahr überblicken kannst, musst du eine Hilfsperson einsetzen und ihr einen klaren Auftrag geben – tust du das nicht, gilt auch das als schwerer Fehler. Seitenfenster öffnen, Rundumblick in kurzen Intervallen, dann rangieren – der Experte will Systematik sehen, keine Hektik.
Hat dein Lastwagen eine verschleisslose Dauerbremse (Retarder oder Motorbremse), musst du sie aktiv einsetzen – vor allem in Gefällen. Gar nicht benutzt heisst: schwerer Fehler; nur ungenügend: mittelschwerer. Übe den Umgang, bis er automatisch sitzt.
Bewertung, typische Fehler und Erfolgsquote
Ein Punktesystem gibt es nicht: Der Verkehrsexperte beobachtet, hält fest, bewertet – und entscheidet am Ende der Fahrt ganzheitlich.
Fehler werden in drei Kategorien eingeteilt: Schwere Fehler (etwa eine Gefährdung) können schon bei einmaligem Auftreten zum Nichtbestehen führen. Mittelschwere Fehler kippen den Entscheid, wenn sie sich wiederholen oder häufen. Leichte Fehler zählen nur bei Häufung. Neu seit 2025: Auch Fahrerassistenzsysteme sind Prüfungsstoff – greift die Assistenz ein, weil du unaufmerksam warst, ist das ein schwerer Fehler.
- Verschleisslose Dauerbremse nicht benutzt (wo vorhanden)
- Aussteigen, ohne den Motor abzustellen (Motor, Feststellbremse, Keil)
- Fehlende Ladungskontrolle
- Ungenügende Spiegelbenützung
- Unkontrolliertes Überfahren von Trottoirs und Verkehrsinseln beim Abbiegen
- Übertriebenes Ausholen in die Gegenfahrbahn beim Rechtsabbiegen
- Keine Hilfsperson beim Manövrieren, obwohl nicht jede Gefahr ausgeschlossen ist
Die Chancen stehen gut: 2025 haben 83 Prozent die praktische Prüfung der Kategorie C bestanden, bei C1 sogar 88 Prozent. Zum Vergleich: Bei der praktischen Autoprüfung liegt die Quote bei 67 Prozent. Die hohen Werte heissen nicht, dass die Prüfung leicht ist – sie zeigen, wer antritt: gut vorbereitete Berufsleute, die erst an die Prüfung gehen, wenn sie wirklich bereit sind. Halte es genauso – ein Fehlversuch kostet Zeit, Gebühren und Nerven.
Kosten: Womit du rechnen musst
Für den Lastwagen-Führerausweis gibt es kein gesetzliches Lektionen-Minimum – üblich sind 12 bis 15 Fahrstunden. Insgesamt landest du meist bei CHF 3'000 bis 5'000.
| Posten | Richtwert | Bemerkung |
|---|---|---|
| Fahrstunden Lastwagen (12–15 Lektionen) | CHF 2'160–3'300 | à CHF 180–220, je nach Region und Vorerfahrung |
| Verkehrsmedizinische Untersuchung | CHF 180–250 | Pflicht vor dem Lernfahrausweis |
| Amtliche Gebühren (Lernfahrausweis, Zusatztheorie, Prüfung, Ausweis) | Je nach Kanton | Beispiel Kanton FR: Pauschale CHF 250 |
| Total Kategorie C (ohne CZV) | ca. CHF 3'000–5'000 | Ausbildungsdauer meist 2–3 Monate |
| CZV-Fähigkeitsausweis (nur berufsmässig nötig) | Grundausbildung ca. CHF 2'000 + Prüfung ca. CHF 740 exkl. MwSt. | Separate Prüfung, siehe unten |
Alle Beträge sind Richtwerte; die amtlichen Gebühren legt jeder Kanton selbst fest. Tipp: Frag bei Transportfirmen nach – viele beteiligen sich an den Ausbildungskosten künftiger Chauffeure.
CZV und «Ausweis 95»: Was noch fehlt, wenn du beruflich fährst
Mit der bestandenen Lastwagenprüfung darfst du privat Lastwagen fahren. Für berufsmässige Gütertransporte braucht es zusätzlich den CZV-Fähigkeitsausweis.
Der Fähigkeitsausweis nach Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) – international «Ausweis 95» genannt – ist seit dem 1. September 2009 Pflicht für alle, die mit Fahrzeugen der Kategorien C und C1 berufsmässig Güter befördern. Die CZV-Prüfung besteht aus fünf Teilprüfungen (schriftliche Theorie, zwei bildgestützte E-Prüfungen, mündliche und praktische Prüfung), und der Ausweis muss alle 5 Jahre mit 5 Weiterbildungstagen à 7 Stunden erneuert werden. Ausgenommen sind unter anderem private Fahrten und Fahrzeuge bis 45 km/h.
Gut zu wissen für die Planung danach: Für Anhänger über 750 kg brauchst du die Kategorie CE – ohne weitere Theorieprüfung, nur mit einer praktischen Prüfung am Lastzug. Wie diese abläuft, zeigt der Ratgeber zur CE-Prüfung. Und wer die Kategorie C besitzt und mindestens 21 Jahre alt ist, erhält die Kleinbus-Kategorie D1 prüfungsfrei auf einfaches Gesuch beim Strassenverkehrsamt.
Schritt für Schritt zur Lastwagenprüfung
Vom Arzttermin bis zum Prüfungstag: So sieht der typische Weg zur Kategorie C aus.
Arzttermin buchen
Verkehrsmedizinische Untersuchung machen – das Zeugnis brauchst du fürs Gesuch beim Strassenverkehrsamt.
Lernfahrausweis beantragen
Gesuch für C oder C1 beim Strassenverkehrsamt deines Kantons einreichen. Der Lernfahrausweis ist 24 Monate gültig.
Zusatztheorie bestehen
LKW-spezifische Theorieprüfung – Basistheorie, VKU und Nothelferkurs musst du nicht wiederholen.
Fahrstunden auf dem Lastwagen
Üblich sind 12–15 Lektionen; private Lernfahrten gehen nur mit Begleitperson.
Praktische Prüfung ablegen
Mindestens 90 Minuten: Rundumkontrolle, Bremsprobe, Fahrt im Verkehr inkl. Autobahn und alle Manöver.
CZV anhängen (falls beruflich)
Wer Chauffeur werden will, macht anschliessend den CZV-Fähigkeitsausweis («Ausweis 95») – die Nachfrage nach Fahrern ist gross.
Häufige Fragen zur Lastwagenprüfung
Wie lange dauert die Lastwagenprüfung?
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Prüfung der Kategorie C?
Mit welchem Fahrzeug wird die Prüfung gefahren?
Was gehört zur Rundumkontrolle vor der Fahrt?
Welche Dokumente muss ich an der Lastwagenprüfung kennen?
Was bedeutet das minimale Adhäsionsgewicht?
Warum ist die Dauerbremse an der Prüfung so wichtig?
Wie viele Fehler darf ich an der Lastwagenprüfung machen?
Wie hoch ist die Erfolgsquote bei der Lastwagenprüfung?
Was kostet der Lastwagen-Führerausweis?
Brauche ich die CZV-Prüfung für die Lastwagenprüfung?
Kann ich die Lastwagenprüfung schon mit 17 machen?
Darf ich mit der Kategorie C einen Anhänger ziehen?
Gut vorbereitet an die Prüfung
Bei DriveLab vergleichst du Fahrlehrer in deiner Region und buchst online – so gehst du an die Prüfung, wenn du wirklich bereit bist.
Quellen: asa-Richtlinien Nr. 7 «Abnahme von Führerprüfungen», Fassung vom 22. November 2024, in Kraft seit 1. Januar 2025, Ziff. 11.5 –
asa-Online-Bibliothek;
Inbetriebnahme-Prüfkriterien: Strassenverkehrsamt Luzern, Prüfdokument CF-16-05 «Inbetriebnahme BE, C, CE, D»;
Erfolgsquoten: asa-Statistik Führerprüfungen 2025;
CZV-Grundlagen: ASTRA.
Kosten sind Richtwerte und variieren je nach Kanton; verbindlich ist das Strassenverkehrsamt deines Kantons.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31.