Kategorie BE · Praktische Prüfung

Anhängerprüfung Kategorie BE: Ablauf und Tipps

Für die Kategorie BE gibt es keine Theorieprüfung – alles entscheidet sich an einem Termin von rund 60 Minuten. Hier erfährst du, was der Verkehrsexperte wirklich prüft: vom Ankuppeln über die Manöver bis zur Bewertung.

  • Basiert auf der offiziellen asa-Prüfungsrichtlinie
  • Keine Theorieprüfung, kein VKU nötig
  • Fahrlehrer mit Prüfungsanhänger online vergleichbar

Das Wichtigste in Kürze

Die Anhängerprüfung in 30 Sekunden. Alles zur Kategorie selbst findest du auf der Seite Kategorie BE – hier geht es um die Prüfung.

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Nur eine praktische Prüfung

Für BE gibt es keine Theorieprüfung, keinen VKU und keinen Nothelferkurs – du legst nur eine praktische Prüfung ab.

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Wann BE nötig ist

Anhänger über 750 kg Gesamtgewicht, sobald der Zug auf dem Papier über 3'500 kg kommt – massgebend ist Feld 33 im Fahrzeugausweis, nicht die Beladung.

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Dauer: rund 60 Minuten

Minimal 60 Minuten inklusive Begrüssung und Verabschiedung; die reine Fahr- und Manöverzeit liegt meist bei 45–50 Minuten.

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Kernstück: Kuppeln & Rückwärtsfahren

An- und Abkuppeln sind eigene Prüfungsübungen mit fester Schrittfolge – dazu kommen Rückwärtsmanöver mit dem Zug.

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Prüfungsanhänger

Mindestens 1'000 kg Gesamtgewicht und 800 kg Betriebsgewicht, geschlossener Aufbau – ein beliebiger Mietanhänger genügt nicht automatisch.

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Kosten & Bonus

Realistisch rund CHF 800–1'200 total. Und: Die bestandene Prüfung gilt auch für C1E, D1E und DE (passender Zugfahrzeug-Ausweis vorausgesetzt).

Wer braucht die Kategorie BE überhaupt?

Die Grenze zwischen B und BE sorgt für die meiste Verwirrung. Dabei ist die Regel klar – wenn man weiss, wo man hinschauen muss: in den Fahrzeugausweis, nicht auf die Waage.

Mit dem Führerausweis der Kategorie B darfst du Anhänger bis 750 kg Gesamtgewicht ziehen – immer und ohne Zusatzprüfung. Ist der Anhänger schwerer als 750 kg, geht es mit B nur, solange das Gesamtzugsgewicht höchstens 3'500 kg beträgt. Gemeint ist die Summe der zulässigen Gesamtgewichte von Zugfahrzeug und Anhänger.

Entscheidend ist dabei Feld 33 im Fahrzeugausweis (zulässiges Gesamtgewicht) beider Fahrzeuge. Was du tatsächlich geladen hast, spielt keine Rolle – der Zug wird auf dem Papier gerechnet, nicht auf der Waage.

Der klassische Denkfehler: «Der Anhänger ist ja leer.»

Ein leerer Anhänger mit 1'000 kg zulässigem Gesamtgewicht hinter einem Auto mit 2'600 kg ergibt auf dem Papier 3'600 kg – BE-pflichtig, auch wenn der Zug real vielleicht nur 2'000 kg wiegt.

Zugfahrzeug (Feld 33) Anhänger (Feld 33) Gesamtzugsgewicht Ausweis
2'000 kg 750 kg 2'750 kg B genügt – Anhänger bis 750 kg gehen immer mit B.
2'600 kg 900 kg 3'500 kg B genügt – der Zug bleibt genau bei 3'500 kg.
2'600 kg 1'000 kg 3'600 kg BE nötig – 100 kg über der Grenze, auch leer.
2'900 kg 1'800 kg 4'700 kg BE nötig – typische Wohnwagen-Kombination.

Zusätzlich müssen die technischen Grenzen des Zugfahrzeugs stimmen: Die im Fahrzeugausweis eingetragene Anhängelast darf nie überschritten werden – egal mit welchem Ausweis.

Drei Schweizer Besonderheiten, die du kennen solltest

Die Schweiz regelt das Anhängerfahren in einigen Punkten anders als die EU – alle drei sind für dich eine gute Nachricht.

1. B96 gibt es in der Schweiz nicht. Die EU kennt die Erweiterung «B96» für Kombinationen bis 4'250 kg. In der Schweiz existiert sie nicht – hier führt der Weg direkt zur Kategorie BE. Ausländische Ausweise mit B96-Eintrag werden nur bei vorübergehendem Aufenthalt anerkannt; wer in der Schweiz wohnt, braucht BE.

2. Das Schweizer BE hat keine Anhänger-Obergrenze. Das EU-BE begrenzt den Anhänger auf 3'500 kg Gesamtgewicht. Das Schweizer BE kennt keine solche Obergrenze – die Grenzen setzt allein die Technik: die zulässige Anhängelast und das Gesamtzugsgewicht gemäss Fahrzeugausweis.

3. BE ist der einfachste Zusatzausweis. Keine Theorieprüfung, kein VKU, kein Nothelferkurs, kein neuer Sehtest – die Theorieprüfung hast du mit der Kategorie B längst hinter dir. Du beantragst den Lernfahrausweis BE (24 Monate gültig), übst mit B-Ausweis auch ohne Begleitperson und gehst direkt an die praktische Prüfung. Mindestalter: 18 Jahre.

So läuft die Anhängerprüfung ab

Gemäss asa-Richtlinie dauert die BE-Prüfung minimal 60 Minuten inklusive Begrüssung und Verabschiedung – und sie folgt einem festen Raster in sechs Schritten.

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Rundumkontrolle

Du kontrollierst Zugfahrzeug und Anhänger anhand der Fahrzeugausweise: Beleuchtung, Blinker, Rückstrahler, Bremsen, Reifen, Räder und Radmuttern – und die Ladung samt Sicherung.

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Ankuppeln

Zugfahrzeug und Anhänger stehen zu Beginn nebeneinander – du rangierst zuerst rückwärts vor den Anhänger und kuppelst dann selbstständig an (Details unten).

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Funktionskontrolle

Elektrische Verbindungen, alle Lichter zusammen mit dem Zugfahrzeug, Bremsanlage inklusive Feststellbremse. Kurz nach der Wegfahrt testest du bei guter Gelegenheit das Ansprechen der Betriebsbremse.

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Prüfungsfahrt im Verkehr

Der Experte achtet auf den Spurversatz der Hinterachse in Kurven, konsequente Aussenspiegel-Nutzung, besondere Vorsicht gegenüber Zweiradfahrern – und darauf, dass du schnellerem Verkehr das Überholen erleichterst.

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Manöver

Stichprobenartig geprüft: Rückwärtsfahren, seitliches Versetzen um mindestens eine Fahrzeugbreite, Parkieren an einer Laderampe (Details unten).

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Abkuppeln & Abschluss

Du sicherst den Anhänger vorschriftsgemäss und kuppelst ab. Danach besprichst du das Resultat direkt mit dem Experten.

Wichtig während der ganzen Prüfung: Bei jedem Verlassen des Fahrzeugs den Motor abstellen und das Fahrzeug sichern. Aussteigen mit laufendem Motor zählt als schwerer Fehler.

An- und Abkuppeln: Hier entscheidet sich die Prüfung

Das Kuppel-Prozedere ist keine Nebensache, sondern eine eigene, detailliert normierte Prüfungsübung – und die Ausgangslage ist bewusst anspruchsvoll gewählt.

Zu Beginn der Übung stehen Zugfahrzeug und Anhänger nebeneinander, nicht in einer Linie. Du musst also zuerst präzis rückwärts vor den Anhänger rangieren und auf rund einen Meter ausfluchten. Den Anhänger von Hand zurechtzuschieben ist nicht erlaubt.

Ankuppeln – die geprüfte Reihenfolge
  • Rückwärts vor den Anhänger fahren und ausfluchten (ca. 1 m)
  • Zugvorrichtung öffnen, Deichselhöhe einstellen
  • Zurückfahren, bis die Deichsel einkuppelt
  • Prüfen, ob die Kupplung wirklich geschlossen ist (z.B. Deichsel anheben)
  • Falls vorhanden: Bremsleitungen in der richtigen Reihenfolge anschliessen
  • Elektrische Leitungen anschliessen
  • Feststellbremse lösen, Keil entfernen
  • Sicherungsseil bzw. Abreissleine einhängen
Abkuppeln – die Sicherungslogik
  • Standort prüfen: eben, erlaubt, niemand wird behindert
  • Anhänger zuerst mit Feststellbremse und Keil sichern
  • Darauf achten, dass der Schwerpunkt vor der Achse liegt
  • Verbindungen trennen: Bremsen, Elektrik, Abreissleine
  • Stützrad herunterkurbeln, Kupplung öffnen, Deichsel freikurbeln
  • Mit dem Zugfahrzeug wegfahren
  • Kugelkopf-Abdeckung montieren, Anhängevorrichtung schliessen
  • Rückstrahler kontrollieren, Deichsel bei Bedarf markieren

Drei absolute Tabus – jedes davon kostet dich die Prüfung:

Nie in einer Steigung oder einem Gefälle an- oder abkuppeln. Nie zwischen Zugfahrzeug und Anhänger stehen, während gekuppelt wird. Und den Anhänger nie von Hand bewegen.

Die Inbetriebnahme im Detail: Das prüft der Experte in den ersten 15 Minuten

«Inbetriebnahme» heisst: Du übernimmst den Anhängerzug wie ein Profi – gesichert, kontrolliert, fahrbereit. Hier findest du jeden einzelnen Handgriff, den der Verkehrsexperte sehen will.

Die Inbetriebnahme ist der Kontrollteil der praktischen Prüfung. Bei der Kategorie BE dauert er maximal 15 Minuten. Die Gesamtprüfung bleibt bei rund 60 Minuten – die 15 Minuten gelten nur für diesen Block.

Geprüft wird fast immer ein Anhänger mit Auflaufbremse und Kugelkopfkupplung. Die Auflaufbremse bremst den Anhänger automatisch, sobald er beim Bremsen auf das Zugfahrzeug aufschiebt. Die Kugelkopfkupplung ist die klassische Kugel an der Anhängevorrichtung deines Autos.

Der Ablauf oben zeigt die Stationen im Überblick – hier kommt die Tiefe. Der Experte folgt einer festen Systematik: Sichern → Prüfen → Kuppeln → Kontrollieren → Bremsprobe. Er will kein auswendig gelerntes Ritual sehen, sondern selbstständiges Arbeiten. Ideal ist, wenn du zu jedem Handgriff sagen kannst, warum du ihn machst.

Diese Checklisten folgen den offiziellen Prüfkriterien der Strassenverkehrsämter (Beispiel Kanton Luzern, Prüfdokument CF-16-05) und den asa-Richtlinien. Andere Kantone prüfen nach denselben Grundsätzen mit minimen Abweichungen. Auch die Reihenfolge am Prüfungstag kann variieren – abgekuppelt wird oft erst am Schluss.

Abkuppeln und sichern – die geprüfte Reihenfolge
  • 1. Standort wählen: möglichst eben, ohne Verbote, ohne jemanden zu behindern. In einer Steigung oder einem Gefälle kuppelst du gar nicht erst ab.
  • 2. Anhänger sichern: Feststellbremse anziehen und den Unterlegkeil – den Bremskeil gegen das Wegrollen – ans Rad legen.
  • 3. Verbindungen trennen: Abreissseil aushängen, Beleuchtungsstecker ziehen.
  • 4. Stützrad herunterkurbeln, bis es das Gewicht der Deichsel trägt.
  • 5. Kupplung öffnen und weiterkurbeln, bis sich die Deichsel vom Kugelkopf hebt.
  • 6. Wegfahren: mit dem Zugfahrzeug langsam nach vorne aus der Deichsel fahren.
  • 7. Kugelkopf abdecken: Die Schutzkappe kommt zurück auf die Kupplung.
  • 8. Sichtbarkeit sichern: Sind die Rückstrahler sauber? Eine vorstehende Deichsel markierst du, damit niemand sie übersieht.

Warum der Schwerpunkt vor der Achse liegen muss:

Ein abgestellter Zentralachsanhänger – die Achse sitzt in der Mitte – steht nur auf den Rädern und dem Stützrad. Liegt die schwere Ladung hinter der Achse, wird das Heck zum Hebel: Der Anhänger kippt nach hinten, die Deichsel schlägt hoch. Kontrolliere deshalb vor dem Abkuppeln, wo der Schwerpunkt der Ladung liegt.

Die Identifikation: Kennst du dein Gespann auf dem Papier? Der Experte lässt dich den Anhänger mit dem Fahrzeugausweis abgleichen: Kontrollschild, Fahrzeugart, Marke und Typ, Fahrgestellnummer, Aufbau, letzte amtliche Prüfung. Dahinter steckt die Kernfrage: Darfst du genau diesen Anhänger an genau dieses Auto hängen? Um sie zu beantworten, musst du neun Gewichtsbegriffe erklären können.

Leergewicht

Das fahrbereite Fahrzeug ohne Ladung und Insassen. Der Ausgangswert für alle weiteren Gewichtsrechnungen.

Nutzlast

Gesamtgewicht minus Leergewicht – so viel darfst du maximal zuladen.

Gesamtgewicht

Das erlaubte Maximum eines einzelnen Fahrzeugs, eingetragen in Feld 33 des Ausweises. Es zählt der Papierwert, nicht die Waage.

Gesamtzugsgewicht

Das erlaubte Maximum von Zugfahrzeug und Anhänger zusammen. Diese Zahl entscheidet über B oder BE.

Stützlast (Deichsellast)

Das Gewicht, mit dem die Deichsel senkrecht auf die Kupplung drückt. Zu wenig lässt den Zug pendeln, zu viel überlastet Kupplung und Hinterachse.

Anhängelast

So viel Anhänger darf dein Auto ziehen. Sie steht im Ausweis des Zugfahrzeugs und darf nie überschritten werden.

Adhäsionsgewicht

Das Gewicht auf der angetriebenen Achse. Es bestimmt, ob die Antriebsräder greifen, statt beim Anfahren durchzudrehen.

Betriebsgewicht

Das tatsächliche Gewicht in diesem Moment: Fahrzeug samt Insassen und Ladung.

Achslasten

Das erlaubte Maximum pro Achse. Es schützt Reifen, Achsen und Strasse vor punktueller Überlastung.

Auflagen-Ziffern: der Code im Fahrzeugausweis. Im Feld «Auflagen» stehen Zifferncodes nach der asa-Richtlinie Nr. 6. Sie gelten für Zugfahrzeug und Anhänger – und der Experte darf fragen, was eine Ziffer bedeutet. Drei Beispiele:

Ziffer Bedeutung im Klartext
234 Ungebremste Anhänger: Anhängelast bis 750 kg, Stützlast bis 100 kg.
235 Anhänger mit Auflaufbremse: Anhängelast bis 3'500 kg, an einer Kugelkopfkupplung bis 2'000 kg, Stützlast bis 75 kg.
185 Legt die zulässige Deichsellast und die Achslasten fest.

Die Rundumkontrolle: einmal ums Fahrzeug, immer im gleichen Muster. Am abgekuppelten Anhänger gehst du von vorne über die Seiten nach hinten. So vergisst du keinen Punkt – genau diese Systematik will der Experte sehen.

Vorne an der Deichsel
  • Schnee, Eis und lose Teile vom Aufbau räumen – bei Tempo 80 wird alles davon zum Geschoss
  • Abreissseil und Stecker auf Risse und spröde Stellen absuchen – Gummi und Kabel altern
  • Die Deichsel selbst: keine Verbiegungen, keine Risse
  • Blick unter den Anhänger: Sitzen Achse und Aufbau fest? Stossdämpfer, Federn und Handbremszüge intakt, nichts hängt herunter?
  • Einmal rundherum: alle Lichter und Rückstrahler sauber und ganz
Seitlich und hinten
  • Blache straff verzurrt, Türen und Klappen richtig geschlossen
  • Reifen von Auge prüfen: Schäden, Profiltiefe und Reifendruck – am Anhänger gilt oft ein deutlich höherer Wert als am Zugfahrzeug
  • Radschrauben: Rostwasser-Spuren oder Bewegungsringe verraten gelockerte Schrauben
  • Unterlegkeil und Reserverad vorhanden und greifbar
  • Ein Blick in den Laderaum: Ladung gleichmässig verteilt und gegen Verrutschen gesichert

Das Ankuppeln: die Königsübung mit klarer Schrittfolge. Gut ein Dutzend Handgriffe in fester Folge – drei davon vergisst kaum jemand ungestraft: Zugversuch, Abreissseil, Lichtkontrolle.

Ankuppeln – Schritt für Schritt durch die Prüfung
  • 1. Vorkontrolle: Ist die Feststellbremse am Anhänger angezogen? Liegt der Keil am Rad?
  • 2. Schutzkappe abnehmen: Der Kugelkopf am Zugfahrzeug muss frei sein.
  • 3. Zurückstossen: rückwärts bis etwa einen halben Meter vor die Deichsel fahren.
  • 4. Deichsel ausrichten: mit dem Stützrad die Kupplung auf Höhe bringen. Von Hand ziehst du den Anhänger höchstens ein paar Zentimeter zurecht.
  • 5. Ansetzen: in kleinen Etappen weiter zurücksetzen, bis die Kupplung genau über dem Kugelkopf steht.
  • 6. Einkuppeln: Kupplung öffnen und das Stützrad hochkurbeln. Das Gewicht der Deichsel drückt die Kupplung auf den Kugelkopf, bis sie einrastet.
  • 7. Verschluss prüfen: Zeigt die Kontrollanzeige «geschlossen»? Jede Kupplung hat dafür ihre eigene Markierung.
  • 8. Keil entfernen und im Anhänger verstauen.
  • 9. Abreissseil einhängen: Das Stahlseil zieht die Anhängerbremse, falls sich der Anhänger je vom Auto lösen sollte.
  • 10. Stecker anschliessen: die elektrische Verbindung für die Beleuchtung.
  • 11. Zugversuch: sachte anfahren, solange die Feststellbremse des Anhängers noch angezogen ist. Hält die Verbindung, ist die Kupplung wirklich eingerastet.
  • 12. Lichtkontrolle zu zweit: Eine Hilfsperson hinter dem Anhänger sagt dir an, ob Blinker, Brems- und Schlusslicht funktionieren.
  • 13. Feststellbremse lösen – erst jetzt, als letzter Handgriff.

Beim Wegfahren: drei Kontrollen, dann bist du im Verkehr. Die Inbetriebnahme endet nicht beim Einsteigen – die letzten Prüfpunkte fährst du.

Nach dem Anfahren
  • Fahre eine leichte Links- und eine Rechtskurve. Im Aussenspiegel siehst du dabei, ob die Anhängerräder frei mitlaufen.
  • Bei der ersten Gelegenheit bremst du kontrolliert ab. Die Auflaufbremse muss ansprechen, ohne dass der Anhänger «aufschlägt» – also hart ans Zugfahrzeug schiebt.
  • Danach die Gegenprobe: kurz auskuppeln und rollen lassen. Bremst nichts nach, haben die Radbremsen wieder gelöst.

Die häufigsten Stolpersteine bei der Inbetriebnahme:

Der vergessene Keil – vor dem Abkuppeln anlegen, nach dem Ankuppeln entfernen. Der ausgelassene Zugversuch, obwohl er die einzige echte Kupplungsprobe ist. Die fehlende Bremsprobe nach der Wegfahrt. Und Gewichtsbegriffe, die du nicht in eigenen Worten erklären kannst. Übe die Abläufe deshalb laut kommentierend: Wer erklärt, was er tut, zeigt genau die Selbstständigkeit, die der Experte sucht.

Sonderfall: Anhänger mit Druckluftbremse werden bei der Inbetriebnahme wie bei der Kategorie CE gehandhabt, andere Brems- und Kupplungssysteme nach den Vorschriften des Herstellers.

Die Manöver: Rückwärts ist Programm

Neben der Fahrt im Verkehr prüft der Experte stichprobenartig einzelne Manöver – und praktisch alle drehen sich ums Rückwärtsfahren mit dem Zug.

Rückwärtsfahren

In gerader Richtung, in Kurven und an Verzweigungen rechts oder links abbiegend – die Königsdisziplin mit dem Anhänger.

Seitliches Versetzen

Den Zug rückwärts um mindestens eine Fahrzeugbreite versetzen – das klassische Anhänger-Rangiermanöver.

Rampen-Parkieren

Sicher an einer Laderampe oder Plattform ansetzen, so wie du zum Be- oder Entladen parkieren würdest.

Fahrzeug verlassen

Motor abstellen, gegen Wegrollen und Diebstahl sichern – wird bei jedem Aussteigen mitbewertet.

Bei allen Manövern gilt: Seitenfenster offenhalten, Rundumkontrolle in kurzen Intervallen, zügig arbeiten – und den übrigen Verkehr nicht unnötig behindern. Kannst du eine Gefahr nicht sicher ausschliessen, setzt du eine Hilfsperson ein und gibst ihr einen klaren Auftrag – keine Hilfsperson einzusetzen, obwohl Restgefahr besteht, zählt als schwerer Fehler.

Anforderungen an den Prüfungsanhänger

Nicht jeder Anhänger taugt als Prüfungsfahrzeug – die asa-Richtlinie stellt konkrete Anforderungen an die Kombination.

Anforderung Vorgabe
Gesamtgewicht Anhänger mindestens 1'000 kg
Betriebsgewicht Anhänger mindestens 800 kg
Aufbau geschlossener Körper, ungefähr so breit und hoch wie das Zugfahrzeug
Sicht nur über die Aussenspiegel
Tempo der Kombination muss mindestens 80 km/h erreichen

Ein beliebiger offener Mietanhänger erfüllt diese Vorgaben oft nicht. Deshalb treten die meisten mit dem Anhängerzug einer Fahrlehrerin oder eines Fahrlehrers an: Bei DriveLab findest du Fahrlehrer mit prüfungstauglichem Anhängerzug in deiner Region.

So bewertet der Experte: Fehlerkategorien

Bewertet wird nach den einheitlichen Fehlerkategorien der asa-Richtlinie – und Kontrollfehler wiegen hier schwerer als bei anderen Prüfungen.

Schwere Fehler (typische Durchfallgründe)
  • Ungenügende Rundum- und Funktionskontrolle
  • Ladung nicht kontrolliert
  • Keine Hilfsperson eingesetzt, obwohl Restgefahr besteht
  • Fahrzeug nicht gegen Wegrollen gesichert / Aussteigen ohne Motor abzustellen
  • Ungenügende Spiegelbenützung
  • Unkontrolliertes Überfahren von Trottoirs oder Verkehrsinseln
  • Übertriebenes Ausholen in die Gegenfahrbahn
Mittelschwere Fehler
  • Ansprechen der Betriebs- und Feststellbremse nicht kontrolliert
  • Aus Gewohnheit einhändig lenken
  • Teilweise ungenügende Spurwahl in Kurven und beim Abbiegen
  • Lücken zum Einfügen in den Verkehr nicht genutzt
  • Unsparsame, wenig umweltschonende Fahrweise

Auffällig: Die ungenügende Rundum- und Funktionskontrolle ist bei den Anhängerkategorien als schwerer Fehler eingestuft – die Kontrolle am Anfang ist also kein Aufwärmen, sondern Prüfungsstoff.

Was kostet die Anhängerprüfung?

BE gilt als schnellste und günstigste Zusatzkategorie: keine Theorie, keine Pflichtlektionen – wie viel du übst, bestimmst du selbst.

Posten Richtwert
Lernfahrausweis BE (Gesuch) ca. CHF 40–50, je nach Kanton
Fahrlektionen (üblich 4–8, à CHF 85–140) ca. CHF 340–1'120
Praktische Prüfung ca. CHF 125–140
Ausweis-Ausstellung ca. CHF 15–25
Realistisches Total rund CHF 800–1'200

Die amtlichen Gebühren variieren je nach Kanton – Freiburg verrechnet zum Beispiel eine Pauschale von CHF 180 für Lernfahrausweis, Prüfung und Ausweis zusammen. Der grösste Hebel ist die Anzahl Lektionen. Konkrete Angebote und Preise findest du auf der Seite Anhängerprüfung – Fahrstunden & Vorbereitung.

Eine Prüfung, vier Kategorien

Ein wenig bekannter Vorteil: Die Anhängerprüfung legst du im ganzen Block BE/C1E/D1E/DE nur ein einziges Mal ab.

Eine bestandene Anhängerprüfung gilt für alle vier Anhängerkategorien – vorausgesetzt, du besitzt den Führerausweis für das jeweilige Zugfahrzeug. Wer also nach der BE-Prüfung später zum Beispiel den Lastwagen-Einstieg über die Unterkategorie C1 macht, erhält C1E ohne erneute Anhängerprüfung – und umgekehrt.

Anhängerkategorie Kombination Vorausgesetzter Zugfahrzeug-Ausweis
BE Auto + Anhänger (Zug über 3'500 kg) Kategorie B
C1E Leichter Lastwagen + Anhänger (Zug bis 12'000 kg) Unterkategorie C1
D1E Kleinbus + Anhänger (Zug bis 12'000 kg) Unterkategorie D1
DE Bus + Anhänger über 750 kg Kategorie D

Die wichtige Ausnahme im Block: Der schwere Lastzug der Kategorie CE ist nicht dabei. Dafür legst du eine eigene Prüfung mit dem ganzen Zug ab – inklusive Ab- und Ankuppeln des schweren Anhängers. Wie sie abläuft, zeigt der Ratgeber zur CE-Prüfung.

Einen Überblick über alle Ausweiskategorien der Schweiz findest du auf der Seite Führerausweis Schweiz.

Häufige Fragen zur Anhängerprüfung

Braucht es für die Anhängerprüfung eine Theorieprüfung?
Nein. Für die Kategorie BE gibt es keine Basistheorie- und keine Zusatztheorieprüfung, keinen Verkehrskundeunterricht (VKU) und keinen Nothelferkurs. Du beantragst den Lernfahrausweis BE beim Strassenverkehrsamt und legst nur die praktische Prüfung ab. Auch ein neuer Sehtest ist bei bestehendem Führerausweis nicht nötig.
Wie lange dauert die Anhängerprüfung?
Gemäss den Prüfungsrichtlinien der asa dauert die BE-Prüfung minimal 60 Minuten inklusive Begrüssung und Verabschiedung. Die eigentliche Prüfungsfahrt mit den Manövern dauert in der Regel rund 45 bis 50 Minuten.
Wann brauche ich BE statt B?
Mit der Kategorie B darfst du Anhänger bis 750 kg Gesamtgewicht ziehen. Ein schwererer Anhänger ist mit B nur erlaubt, wenn das Gesamtzugsgewicht – also das zulässige Gesamtgewicht von Zugfahrzeug plus Anhänger – höchstens 3'500 kg beträgt. Liegt der Zug auf dem Papier darüber, brauchst du die Kategorie BE.
Zählt das effektive Gewicht oder das zulässige Gesamtgewicht?
Es zählt immer das zulässige Gesamtgewicht gemäss Fahrzeugausweis (Feld 33) beider Fahrzeuge – nie die effektive Beladung. Ein leerer Anhänger mit 1'000 kg zulässigem Gesamtgewicht kann darum die BE-Pflicht auslösen, obwohl der Zug real deutlich leichter als 3'500 kg ist.
Gibt es B96 in der Schweiz?
Nein. Die EU-Erweiterung B96 für Kombinationen bis 4'250 kg kann in der Schweiz nicht erworben werden. Ausländische Ausweise mit B96 werden nur bei vorübergehendem Aufenthalt anerkannt. Wer in der Schweiz wohnt, braucht für Züge über 3'500 kg die Kategorie BE.
Wie viele Fahrstunden brauche ich für die Kategorie BE?
Es gibt keine vorgeschriebene Anzahl Fahrstunden. Üblich sind je nach Vorerfahrung etwa 4 bis 8 Lektionen. Wer privat schon oft mit Anhänger unterwegs war, übt vor allem das Kuppel-Prozedere und die Rückwärtsmanöver, bis sie in Prüfungsqualität sitzen.
Was kostet der Anhängerausweis insgesamt?
Realistisch sind rund CHF 800 bis 1'200. Darin enthalten: Fahrlektionen zu etwa CHF 85 bis 140, dazu die amtlichen Gebühren für Lernfahrausweis, praktische Prüfung und Ausweis. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Kanton.
Welcher Anhänger ist für die Prüfung zugelassen?
Der Prüfungsanhänger braucht ein zulässiges Gesamtgewicht von mindestens 1'000 kg und ein Betriebsgewicht von mindestens 800 kg. Der Aufbau muss geschlossen und ungefähr so breit und hoch wie das Zugfahrzeug sein, die Sicht läuft nur über die Aussenspiegel. Die Kombination muss mindestens 80 km/h erreichen.
Gilt die bestandene Anhängerprüfung auch für andere Kategorien?
Ja. Eine bestandene Anhängerprüfung gilt für BE, C1E, D1E und DE – vorausgesetzt, du besitzt den Führerausweis für das jeweilige Zugfahrzeug. Wer nach der BE-Prüfung später zum Beispiel die Unterkategorie C1 erwirbt, erhält C1E ohne erneute Anhängerprüfung.
Was sind die häufigsten Gründe fürs Durchfallen?
Typische schwere Fehler sind eine ungenügende Rundum- und Funktionskontrolle, eine nicht kontrollierte Ladung, fehlende Sicherung gegen das Wegrollen, Aussteigen ohne den Motor abzustellen, ungenügende Spiegelbenützung – und keine Hilfsperson einzusetzen, obwohl sich beim Manövrieren nicht jede Gefahr ausschliessen lässt.
Was wird bei der Inbetriebnahme an der Anhängerprüfung geprüft?
Die Inbetriebnahme ist der Kontrollteil am Anfang der praktischen Prüfung und dauert bei der Kategorie BE maximal 15 Minuten. Du zeigst, dass du den Anhänger selbstständig sicherst, ab- und ankuppelst – inklusive Zugversuch, Abreissseil und Lichtkontrolle mit Hilfsperson. Dazu kommen die Identifikation über den Fahrzeugausweis, die Rundumkontrolle von Deichsel, Reifen, Beleuchtung und Ladung sowie kurz nach der Wegfahrt die Bremsprobe der Auflaufbremse. Der Experte fragt auch Gewichtsbegriffe wie Stützlast oder Anhängelast ab. Grundlage sind die asa-Richtlinien und die Prüfkriterien der Strassenverkehrsämter, zum Beispiel das Luzerner Prüfdokument CF-16-05.

Bereit für die Anhängerprüfung?

Bei DriveLab vergleichst du Fahrlehrer mit prüfungstauglichem Anhängerzug in deiner Region und buchst online – vom ersten Kuppeln bis zur Prüfungssimulation.

Grundlagen: asa-Richtlinien Nr. 7 über die Führerprüfungen (asa.ch), Merkblatt «Anhänger mitführen Kat. B und BE» des Strassenverkehrsamts Thurgau (strassenverkehrsamt.tg.ch), TCS Wohnwagen-ABC (tcs.ch) sowie Angaben des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts des Kantons Bern (svsa.sid.be.ch). Gebühren und Details variieren je nach Kanton – verbindliche Auskünfte gibt das Strassenverkehrsamt deines Wohnkantons.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31.