Praktische Motorradprüfung: Ablauf, Manöver und Tipps
Slalom, Achterfigur, Notbremsung – und mindestens 45 Minuten im Verkehr: So läuft die praktische Prüfung für A1, A 35 kW und A ab, das sind die K.-o.-Fehler, so bereitest du dich vor.
- Gilt für A1, A 35 kW und A unbeschränkt
- Stand: asa-Richtlinie 2025
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Das Wichtigste in Kürze
Die Motorradprüfung in 30 Sekunden – ob du die Kategorie A1, die Kategorie A 35 kW oder den Aufstieg auf die unbeschränkte Kategorie A machst: Format und Manöver sind für alle drei Stufen praktisch gleich.
Mindestens 60 Minuten
Mindestens 60 Minuten inklusive Begrüssung, davon mindestens 45 Minuten im öffentlichen Verkehr – bis 2024 waren es nur 30.
Zwei Teile
Manöverprüfung auf dem Prüfplatz plus Prüfungsfahrt im Verkehr. Die Reihenfolge kann je nach Kanton variieren.
8 mögliche Manöver
Slalom, Brett, Achterfigur, Spurgasse, enger Bogen, Beschleunigen, Notbremsung – und neu seit 2025 das Ausweichmanöver mit 40–50 km/h.
Klare K.-o.-Fehler
Sturz, gefährliche Kurvenlinie, ungenügendes Bremsen: Diese schweren Fehler können schon einzeln zum Nichtbestehen führen.
Autobahn ab A 35 kW
A1 wird ohne Autobahn geprüft (dafür Überland mit 80 km/h) – ab A 35 kW gehört die Autobahn dazu.
Nur in der Saison
Bei winterlichen Verhältnissen wird nicht geprüft. Prüfungssaison ist je nach Kanton ca. April bis Oktober.
Rund 2 von 3 bestehen
Erfolgsquote 2024: 65,9 % (Kategorie A) bzw. 63,7 % (A1) – gute Vorbereitung macht den Unterschied.
So läuft die Motorradprüfung ab
Die Prüfung ist schweizweit durch die asa-Richtlinien Nr. 7 normiert – was geprüft wird, steht fest und ist lernbar.
Die Prüfung beginnt am stehenden Motorrad. Der Verkehrsexperte kontrolliert deinen Lernfahrausweis, deine Fahrfähigkeit und deine Schutzausrüstung: Helm, Handschuhe, Jacke, Hose, Stiefel. Auch dein Motorrad ist Prüfungsstoff: Du zeigst, dass du Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Spiegel und Ölstand checken und dein Fahrzeug korrekt in Betrieb nehmen kannst – seit 2025 inklusive Fahrmodi und Assistenzsystemen, sofern vorhanden.
Dann geht es aufs Motorrad: erst die Manöverprüfung abseits des Verkehrs, dazu die Prüfungsfahrt von mindestens 45 Minuten im öffentlichen Strassenverkehr. Der Experte kann laut Richtlinie aufsitzen – meist folgt er dir aber im Begleitauto oder auf dem eigenen Motorrad und gibt die Route per Funk durch (Kanton Zürich: bei A1 im Auto, bei A 35 kW und A auf dem Motorrad).
Der Aufbau folgt einem festen Prinzip: vom Leichten zum Schweren. Rund 10 % der Prüfungszeit sind Einfahrstrecke zum Angewöhnen, danach steigen die Anforderungen schrittweise. Ein missglücktes Manöver darf gegen Ende sogar wiederholt werden.
Der Experte ist nicht dein Gegner. Die Richtlinie verpflichtet ihn, deine Nervosität abzubauen, bei unklaren Stellen wie Baustellen aktiv zu helfen und dich nie in eine verbotene Richtung zu schicken. Ein einzelner kleiner Fehler beendet die Prüfung nicht.
Die Manöverprüfung im Detail
Der Manöverteil zeigt, ob du dein Motorrad wirklich beherrschst – im Schritttempo wie bei 50 km/h. Acht Übungen sind möglich; welche drankommen, bestimmt der Experte.
| Manöver | Das musst du zeigen | Richtwerte |
|---|---|---|
| Langsamer Slalom | Gleichgewicht, Zusammenspiel von Kupplung und Bremse, Blickführung. | Schritttempo; im Kanton Zürich z. B. 6 Pylonen im Abstand von 3 m. |
| Brett überqueren | Kontrolliertes Überfahren eines harten Gegenstands ohne Wackler. | Brett 0.3 m breit, 6 m lang. |
| Achterfigur | Enge Bögen, Blickführung, räumliches Sehen. | Zweimal fahren, Radius ca. 3.5 m. |
| Spurgasse | Extrem langsames Fahren mit Bremse, Kupplung und Gas – der Klassiker unter den Stolpersteinen. | Mindestens 10 m lang; im Kanton Zürich mindestens 15 Sekunden in der Gasse. |
| Enger Links-/Rechtsbogen | Saubere Kurventechnik auf engstem Raum. | Radius ca. 3.5 m. |
| Beschleunigungsstrecke | Zügiges, kontrolliertes Beschleunigen mit richtiger Gangwahl. | Anlauf auf 40–50 km/h für Bremsung und Ausweichen. |
| Überraschungsbremsung (Notbremsung) | Beide Bremsen, kürzester Bremsweg bis zum Stillstand, stabile Sitzposition, Blick geradeaus. | Aus 40–50 km/h (A1) bzw. ca. 50 km/h (A 35 kW und A); das Hinterrad darf blockieren, muss aber nicht. |
| Ausweichmanöver (neu seit 2025) | Schnelles, kontrolliertes Ausweichen vor einem Hindernis. | Mit 40–50 km/h; ausgelöst per Handzeichen oder Lichtsignal. |
Zwei Grundregeln gelten für den ganzen Parcours: Die Füsse bleiben auf den Fussrasten, und zwischen den Übungen wird nicht abgestanden. Umgeworfene Pylonen und ständiges Fuss-Absetzen signalisieren fehlende Fahrzeugbeherrschung. Seit 2025 gilt sogar: Zeigen die Manöver, dass du dein Motorrad ungenügend beherrschst, muss der Experte die Prüfung abbrechen.
Kantonale Eigenheiten: Im Kanton Zürich wird zusätzlich das Anfahren am Berg geprüft – als einziges Manöver mit Beifahrer; der Experte gibt vor, mit welcher Bremse du anfährst. Und bei A1 findet die Verkehrsfahrt dort vor den Manövern statt.
Die Prüfungsfahrt im Verkehr
Mindestens 45 Minuten fährst du im echten Verkehr. Der Experte beurteilt weniger einzelne Handgriffe als dein Gesamtbild: defensiv, vorausschauend, flüssig.
Das wird auf der Fahrt geprüft:
- Anfahren, Schalten, Anhalten – parkiert und im Verkehr
- Kreuzungen, Einmündungen und Kreisel: Vortritt, Einspuren, Lückenbenützung
- Kurventechnik mit sauberer Blickführung und Kontrolle des toten Winkels
- Überlandfahren auf Strassen mit 80 km/h, Überholen wo nötig und sinnvoll
- Fahren in Steigung und Gefälle, Bahnübergänge, Tram-/Bushaltestellen, Fussgängerstreifen
- Umweltbewusste Fahrweise: richtige Gangwahl, kein unnötiger Lärm
Speziell beim Motorrad achtet der Experte auf den Umgang mit Risikofaktoren: nasse Strassen, Schachtdeckel, Markierungen, Tramschienen. Wer solche Stellen erkennt und die Linie anpasst, punktet beim Gesamteindruck.
Der grosse Unterschied zwischen den Stufen liegt auf der Schnellstrasse: Bei A1 ist die Autobahn nicht Prüfungsstoff – geprüft wird Überland mit 80 km/h. Ab A 35 kW gehören Autostrasse und Autobahn inklusive Ein- und Ausfahrt dazu. Bei A unbeschränkt liegt der Schwerpunkt zusätzlich auf höheren Geschwindigkeiten und der Kurven- und Blicktechnik auf kurvenreichen Strecken.
Bewertung: kein Punktesystem, aber klare K.-o.-Fehler
An der Schweizer Führerprüfung gibt es keine Fehlerpunkte wie in der Theorie. Der Experte beurteilt den Gesamteindruck – nach einem dreistufigen Fehlerraster.
- Schwere Fehler (Kategorie I): können schon bei einmaligem Auftreten zum Nichtbestehen führen – typisch: Gefährdung anderer, Vortritt verletzt, ungenügende Notbremsung.
- Mittelschwere Fehler (Kategorie II): führen bei wiederholtem Auftreten oder mehreren unterschiedlichen Fehlern zum negativen Entscheid – typisch: Behinderungen, Rollstopp.
- Leichte Fehler (Kategorie III): zählen nur bei Häufung, fliessen aber in die Gesamtbeurteilung ein.
Für die Motorradkategorien nennt die Richtlinie zusätzlich spezifische schwere Fehler: ungenügende Vertrautheit mit Masse und Dynamik des Motorrads, eine gefährliche Kurvenlinie, ungenügendes Bremsverhalten – und der Sturz, auch im langsamen Manöverteil. Bei A 35 kW und A unbeschränkt kommen Mängel bei der Fahrzeugbeherrschung mit Sozius dazu. Abgebrochen wird nur bei ernsthafter Gefährdung, Unfall, Rücksichtslosigkeit, Fahrunfähigkeit oder ungenügender Beherrschung in den Manövern – eine abgebrochene Prüfung gilt als nicht bestanden.
Den Entscheid erfährst du direkt nach der Fahrt, bei einem negativen Entscheid immer mit Begründung. Zur Einordnung: 2024 bestanden 65,9 % die Prüfung der Kategorie A und 63,7 % die A1-Prüfung – rund jede dritte Motorradprüfung wird also nicht bestanden (Auto: 67,5 %).
A1, A 35 kW oder A? Eine Prüfung, drei Stufen
Format, Dauer und Manöver sind bei allen drei Stufen gleich – die Unterschiede stecken im Prüfungsmotorrad und im Autobahn-Teil.
- A1: Prüfung auf dem 125er (bzw. Kleinmotorrad bis 45 km/h) ohne Seitenwagen – ohne Autobahn.
- A 35 kW: Prüfung auf einem Motorrad bis 35 kW mit zwei Sitzplätzen (ein 125er genügt nicht) – mit Autobahn.
- A unbeschränkt: Nach 2 Jahren klagloser Fahrpraxis mit A 35 kW kannst du den Lernfahrausweis für A beantragen – und legst eine neue praktische Prüfung ab, auf einem Motorrad mit über 35 kW oder über 0,20 kW/kg. Theorie, VKU und Grundkurs musst du nicht wiederholen.
Alle Details zu Voraussetzungen, Lernfahrausweis und Stufenmodell stehen in den Kategorie-Hubs oben – oder in der Übersicht Führerausweis Schweiz. Wie die vorgelagerte Theorieprüfung funktioniert, liest du im eigenen Ratgeber.
Gebühren, Prüfungssaison und Wiederholung
Die Prüfungsgebühr legt dein Kanton fest – die Unterschiede sind beachtlich.
| Kanton | Gebühr praktische Motorradprüfung | Anmeldung & Details |
|---|---|---|
| Zürich | CHF 134.– | Strassenverkehrsamt Zürich |
| Bern | CHF 115.– | Strassenverkehrsamt Bern |
| Luzern | CHF 108.– (inkl. Begleitfahrzeug) | Strassenverkehrsamt Luzern |
| Schwyz | CHF 90.– (Gruppenprüfung) | Verkehrsamt Schwyz |
Wichtig für die Planung: Bei winterlichen Verhältnissen (Schneefall, Eisglätte) finden keine Motorradprüfungen statt – die Kantone prüfen saisonal, im Kanton Zürich 2026 vom 7. April bis 30. Oktober. Fällst du durch, kannst du wiederholen (Zürich: frühestens nach 10 Arbeitstagen). Der Lernfahrausweis fürs Motorrad ist aber maximal 16 Monate gültig und lässt sich nicht verlängern. Und: Erfüllt dein Motorrad die Anforderungen nicht oder fehlen Papiere, wird die Prüfung abgesagt – die Gebühr ist trotzdem fällig.
In 7 Schritten zur bestandenen Motorradprüfung
Die Erfolgsquote zeigt: Wer strukturiert übt, besteht. So gehst du die letzten Wochen vor der Prüfung an.
Manöver automatisieren
Slalom, Achterfigur und vor allem die Spurgasse üben, bis sie ohne Nachdenken sitzen – Langsamfahren ist der häufigste Stolperstein. Die Basis legt der obligatorische Motorrad-Grundkurs (auch in Luzern und Winterthur).
Bremsen und Ausweichen trainieren
Überraschungsbremsung und das neue Ausweichmanöver aus 40–50 km/h gezielt üben – immer mit beiden Bremsen und Blick nach vorn.
Blicktechnik schärfen
Blicksystematik, toter Winkel, vorausschauendes Fahren: Das beurteilt der Experte auf der ganzen Fahrt – nicht nur an Kreuzungen.
Überland und Autobahn fahren
Strecken mit 80 km/h inklusive Überholen üben – ab A 35 kW zusätzlich Autobahn-Ein- und -Ausfahrten.
Feinschliff mit dem Profi
Ein bis zwei gezielte Motorrad-Fahrstunden decken blinde Flecken auf – Fahrlehrer kennen die Prüfungsstrecken deiner Region.
Prüfung in der Saison planen
Termin beim Strassenverkehrsamt buchen und die Gültigkeit des Lernfahrausweises im Blick behalten – mit Reserve für einen zweiten Anlauf.
Prüfungstag: Checkliste statt Nerven
Ausgeschlafen erscheinen, Checkliste abhaken, ruhig atmen – Nervosität ist eingeplant.
Checkliste für den Prüfungstag:
- Gültiger Lernfahrausweis eingepackt – ohne läuft nichts
- Komplette Schutzausrüstung: Helm (ECE-R 22), Handschuhe, Jacke, Hose, Stiefel
- Motorrad gecheckt: Reifen, Bremsen, Licht, Blinker, Spiegel, Ölstand
- Fahrzeugpapiere dabei und Prüfungsmotorrad regelkonform (Stufe beachten!)
- Ausgeschlafen und fahrfähig erscheinen
- Früh genug am Treffpunkt, Funkempfänger in Ruhe montieren
Häufige Fragen zur Motorradprüfung
Wie lange dauert die praktische Motorradprüfung?
Welche Manöver kommen an der Motorradprüfung dran?
Was ist neu an der Motorradprüfung seit 2025?
Muss ich bei der A1-Prüfung auf die Autobahn?
Welche Fehler führen sicher zum Nichtbestehen?
Wie hoch ist die Erfolgsquote bei der Motorradprüfung?
Was kostet die praktische Motorradprüfung?
Finden Motorradprüfungen auch im Winter statt?
Welche Ausrüstung brauche ich an der Prüfung?
Kann ich die Aufstiegsprüfung auf meinem 35-kW-Motorrad ablegen?
Bereit für den Feinschliff vor der Prüfung?
Bei DriveLab vergleichst und buchst du Motorrad-Fahrlehrer in deiner Region – für gezielte Manöver-Sessions, Blicktechnik und die typischen Prüfungsstrecken.
Fakten gemäss asa-Richtlinien Nr. 7 «Abnahme von Führerprüfungen», Fassung vom 22.11.2024, in Kraft seit 1.1.2025
(asa-Online-Bibliothek),
der Verkehrszulassungsverordnung
(VZV, SR 741.51),
der asa-Prüfungsstatistik 2024
sowie Angaben der kantonalen Strassenverkehrsämter (z. B. Kanton Zürich).
Gebühren und kantonale Abläufe können ändern – verbindliche Auskünfte gibt das Strassenverkehrsamt deines Wohnkantons.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-22.