Autoprüfung Kategorie B Schweiz: Ablauf, Prüfungsinhalt und Check
Die praktische Autoprüfung prüft nicht, ob du eine Route auswendig kannst. Sie prüft, ob du das Fahrzeug vorbereitest, im Verkehr selbstständig entscheidest, sicher beobachtest und Manöver kontrolliert ausführst. Dieses Curriculum fasst die Kategorie-B-Anforderungen aus den Prüfungsrichtlinien verständlich zusammen.
Aktualisiert: 2. September 2026
Inklusive Begrüssung und Verabschiedung; Prüfungsfahrt und Manöver dauern mindestens 45 Minuten.
Du brauchst einen gültigen Lernfahrausweis Kategorie B oder B1 und den absolvierten Verkehrskundekurs.
Ein Motorwagen der Kategorie B, maximal 3500 kg und maximal acht Sitzplätze ausser dem Führersitz, mindestens 120 km/h.
Entscheidend sind Fahrzeugbeherrschung, Blicksystematik, Voraussicht, Vortritt und ruhige Entscheidungen.
Die Prüfung in einer Minute
Was die Autoprüfung konkret prüft
Das PDF wird nicht veröffentlicht. Die relevanten Punkte der Richtlinie Nr. 7 sind hier als verständliches Kategorie-B-Curriculum zusammengefasst.
1. Vor der Fahrt
- Lernfahrausweis und VKU müssen gültig beziehungsweise erledigt sein.
- Sitz, Spiegel, Gurt, Kopfstütze und Türen werden korrekt eingestellt und kontrolliert.
- Reifen, Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Blinker, Warnanlage und Flüssigkeiten können stichprobenweise Thema sein.
- Fahrerassistenzsysteme und fahrzeugspezifische Einstellungen werden sinnvoll und sicher verwendet.
2. Fahrzeug in Bewegung setzen
- Wegfahren aus Parkposition und aus dem Verkehr ohne unnötige Behinderung.
- Anfahren, Schalten oder Automatikbedienung, Anhalten und Sichern in Ebene, Steigung und Gefälle.
- Fahrzeug auf geraden Strassen und bei Engstellen sicher führen.
- Situativ passende Nutzung von Getriebe, Rekuperation oder Elektroantrieb.
3. Verkehrssituationen lösen
- Kreuzungen und Einmündungen anfahren, beurteilen und überqueren.
- Rechts- und Linksabbiegen, Spurwechsel und Fahrstreifenwahl mit richtiger Blickreihenfolge.
- Stop, Kein Vortritt und Kreisverkehr mehrfach sicher lösen.
- Spezielle Strassenteile wie Fussgängerstreifen, Bahnübergänge, Tram- und Bushaltestellen berücksichtigen.
4. Überland und Autobahn
- Haupt- und Nebenstrassen mit 80 km/h sicher befahren.
- An parkierten, haltenden oder langsameren Fahrzeugen vorbeifahren und überholen, wenn es möglich und sinnvoll ist.
- Autobahn: korrekt einfahren, Abstand halten, überholen wo nötig und sinnvoll, richtig ausfahren.
- Geschwindigkeit, Beschleunigung, Platzverhältnisse und Sicht jederzeit vorausschauend einschätzen.
5. Manöver
- Mindestens zwei spezielle Manöver werden stichprobenartig geprüft.
- Rückwärtsfahren geradeaus, in Kurven oder beim Abbiegen an Verzweigungen.
- Wenden mit Vorwärts- und Rückwärtsgang.
- Parkieren parallel, schräg oder senkrecht und Parkplatz verlassen, auch in Steigung oder Gefälle.
- Genaues Anhalten, mögliche Notbremsung um ca. 50 km/h und Fahrzeug gegen Wegrollen und Diebstahl sichern.
6. Bewertung
- Der Experte achtet auf sichere Fahrzeugbeherrschung und Reaktion auf Anweisungen.
- Blicksystematik, Blicktechnik und Voraussicht sind ausdrücklich prüfungsrelevant.
- Andere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht gefährdet und nicht unnötig behindert werden.
- Nach kleinen Fehlern zählt, ob du ruhig korrigierst und wieder kontrolliert weiterfährst.
Was im echten Verkehr zählt
Prüfungsreife ist Wiederholbarkeit
Eine gute Fahrstunde reicht nicht. Prüfungsreif bist du, wenn du dieselben Situationen an verschiedenen Tagen stabil löst: Vortritt, Blicktechnik, Tempo, Einspuren, Autobahn, Parkieren und Korrekturen.
Die Route ist nur das Trainingsfeld
Prüfungsorte haben typische Situationen, aber die Prüfung ist keine auswendig gelernte Runde. Entscheidend ist, dass du Regeln und Beobachtung auch auf unbekannte Varianten überträgst.
Manöver sind Sicherheitsaufgaben
Beim Parkieren, Wenden oder Rückwärtsfahren zählt nicht Perfektion auf den ersten Versuch. Zuerst kommt Rundumblick, dann ruhige Bewegung, dann Korrektur ohne Hektik und ohne unnötige Behinderung.
Fahrerassistenzsysteme helfen nur, wenn du sie beherrschst
Der Experte kann situativ über den Einsatz von Assistenzsystemen entscheiden. Du solltest wissen, was aktiviert ist, was das System kann und wann du selbst verantwortlich eingreifen musst.
Die letzte Lektion ist keine Rettungsaktion
Kurz vor der Prüfung stabilisierst du Routinen. Neue Themen, hektisches Nachholen und dauerndes Coaching erhöhen Druck. Sinnvoller ist eine Simulation mit ruhiger Nachbesprechung.
Kleine Fehler sind nicht automatisch das Ende
Ein misslungenes Parkmanöver oder ein nervöser Moment kann korrigierbar sein. Kritisch wird es, wenn daraus Gefährdung, unnötige Behinderung oder Kontrollverlust entsteht.
Assistenz ersetzt keinen Rundumblick
Spurassistent, Parksensoren, Rückfahrkamera oder Tempomat können helfen. An der Prüfung zählt trotzdem, dass du Spiegelblick, Schulterblick, Rundumblick und eigene Entscheidungen bei Vortritt oder Gefahr sichtbar beherrschst.
Tesla und moderne Autos bewusst vorbereiten
Rekuperation, Kameras, Sensoren und Warnanzeigen sind nur dann ein Vorteil, wenn sie vertraut sind. Du solltest vor der Prüfung wissen, welche Systeme aktiv sind, wo ihre Grenzen liegen und wie du jederzeit ruhig selbst übernimmst.
Die Prüfung beginnt vor dem ersten Meter
Nutze das vor der nächsten Fahrstunde
Die Liste ist bewusst konkret: Jeder Punkt kann in einer Fahrstunde oder privaten Lernfahrt beobachtet werden.
- Sitz, Spiegel, Gurt, Kopfstütze und Türen ohne Hilfe korrekt einstellen
- Reifen, Beleuchtung, Blinker, Bremsen, Lenkung und Flüssigkeiten grob erklären können
- Spiegel, Signal und Schulterblick vor jedem Spurwechsel automatisiert anwenden
- Stop, Kein Vortritt, Rechtsvortritt und Kreisel wiederholt ruhig lösen
- Überland mit 80 km/h vorausschauend, spurtreu und mit passendem Abstand fahren
- Autobahn: Einfahrt, Abstand, Überholen und Ausfahrt sicher beherrschen
- Rückwärtsfahren, Wenden und Parkieren mit Rundumblick und ruhigen Korrekturen ausführen
- Anfahren, Anhalten und Sichern in Steigung und Gefälle beherrschen
- Fahrerassistenzsysteme kennen und nicht blind darauf vertrauen
- Nach einem Fehler mental im nächsten Verkehrsmoment bleiben
- Grenzen von Kamera, Sensoren und Spurassistent kennen
- Rückfahrkamera oder Parksensoren nur mit sichtbarem Rundumblick nutzen
- Warnungen ruhig einordnen und selbst verantwortlich bleiben
- Tesla-Bedienung und Rekuperation vor der Prüfung routiniert beherrschen
Bist du bereit für eine Prüfungssimulation?
Markiere nur Punkte, die du in Fahrstunden oder privaten Lernfahrten wiederholt ohne Coaching gezeigt hast.
Wer zur Prüfung zugelassen wird — und was nach einem Misserfolg gilt
Bevor es ums Fahren geht, entscheidet die Verkehrszulassungsverordnung, wer überhaupt antreten darf. Diese vier Punkte werden am häufigsten übersehen.
Zulassung
Du brauchst einen gültigen Lernfahrausweis der Kategorie B und den absolvierten Verkehrskundeunterricht nach Art. 18 VZV. Nothelferkurs und Sehtest waren bereits Voraussetzung für den Lernfahrausweis und müssen nicht wiederholt werden.
Die Einjahresregel
Wer den Lernfahrausweis der Kategorie B vor dem zurückgelegten 20. Altersjahr erworben hat, muss ihn mindestens ein Jahr besitzen, bevor er zur praktischen Prüfung zugelassen wird (Art. 22 Abs. 1bis VZV). Wer ihn mit 20 oder später macht, ist davon nicht betroffen. Ausgenommen sind zudem Lernende bestimmter Grundbildungen im Strassentransport- und Automobilbereich.
Du hast Anspruch auf eine Begründung
Das Prüfungsergebnis muss dir eröffnet werden, und ein Nichtbestehen ist zu begründen — auf Verlangen schriftlich (Art. 12a VZV). Verlange die schriftliche Begründung, wenn dir die mündliche Erklärung nicht reicht: sie ist die Grundlage, um gezielt weiterzuüben statt blind zu wiederholen.
Nach dem zweiten und dritten Misserfolg
Die Hürden steigen stufenweise (Art. 23 VZV). Nach dem zweiten Misserfolg wirst du nur zugelassen, wenn ein Fahrlehrer bescheinigt, dass die Fahrausbildung abgeschlossen ist. Nach dem dritten kannst du zur vierten Prüfung nur aufgrund eines die Eignung bestätigenden Tests antreten. Nach dem ersten Mal gilt keine dieser Auflagen.
Was die praktische Prüfung im Kanton kostet
Die Prüfungsgebühr ist kantonal geregelt — zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kanton liegen rund 60 Franken. Angemeldet wird immer beim Strassenverkehrsamt des Wohnsitzkantons.
| Kanton | Praktische Prüfung Kat. B | Genaue Position | Amt |
|---|---|---|---|
| Aargau AG | CHF 125.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B/BE) | Amtsseite |
| Basel BS | CHF 138.– | Praktische Führerprüfung Kat. B (1./2. Versuch) | Amtsseite |
| Bern BE | CHF 132.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B) | Amtsseite |
| Graubünden GR | CHF 120.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B/BE) | Amtsseite |
| Luzern LU | CHF 130.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B) | Amtsseite |
| Schaffhausen SH | CHF 120.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B/BE) | Amtsseite |
| Schwyz SZ | CHF 120.–/Std. | Praktische Führerprüfung Auto (nach Zeitaufwand) | Amtsseite |
| Solothurn SO | CHF 120.– | Praktische Führerprüfung Kat. B / A / A1 | Amtsseite |
| St. Gallen SG | CHF 150.– | Praktische Führerprüfung Kat. B | Amtsseite |
| Thurgau TG | CHF 120.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B/BE) | Amtsseite |
| Zug ZG | CHF 90.– | Praktische Führerprüfung Kat. B / A / A1 | Amtsseite |
| Zürich ZH | CHF 134.– | Praktische Führerprüfung Auto (Kat. B) | Amtsseite |
Gebühren nach den kantonalen Gebührenverordnungen, zuletzt gegen die amtlichen Quellen geprüft im Juli 2026. Einzelne Kantone rechnen nach Zeitaufwand ab — dort ist der Stundenansatz angegeben. Massgeblich ist die aktuelle Verordnung des Kantons.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Autoprüfung Kategorie B?
Die Richtlinie sieht mindestens 60 Minuten inklusive Begrüssung und Verabschiedung vor. Prüfungsfahrt und Manöver dauern zusammen mindestens 45 Minuten.
Muss ich den Lernfahrausweis ein Jahr besitzen?
Nur, wenn du ihn vor dem zurückgelegten 20. Altersjahr erworben hast: Dann verlangt Art. 22 Abs. 1bis VZV mindestens ein Jahr Besitz vor der praktischen Prüfung. Wer den Lernfahrausweis mit 20 oder später macht, ist von dieser Regel nicht betroffen.
Was kostet die praktische Prüfung?
Je nach Kanton zwischen 90 und 150 Franken für die Kategorie B. Am günstigsten ist Zug mit 90 Franken, am teuersten St. Gallen mit 150 Franken. Einzelne Kantone rechnen nach Zeitaufwand ab. Die Beträge je Kanton stehen in der Gebührentabelle auf dieser Seite.
Wie oft darf ich die praktische Prüfung wiederholen?
Eine absolute Obergrenze nennt die VZV nicht, aber die Hürden steigen. Nach dem zweiten Misserfolg braucht es eine Bescheinigung des Fahrlehrers, dass die Fahrausbildung abgeschlossen ist. Nach dem dritten Misserfolg wirst du zur vierten Prüfung nur aufgrund eines die Eignung bestätigenden Tests zugelassen (Art. 23 VZV).
Bekomme ich eine Begründung, wenn ich durchfalle?
Ja. Nach Art. 12a VZV muss das Prüfungsergebnis eröffnet und ein Nichtbestehen begründet werden — auf Verlangen schriftlich. Verlange die schriftliche Begründung, wenn dir die mündliche Erklärung nicht ausreicht.
Welche Manöver kommen an der Kategorie-B-Prüfung?
Mindestens zwei Manöver werden stichprobenartig geprüft. Dazu gehören Rückwärtsfahren, Wenden, Parkieren, genaues Anhalten, mögliches Notbremsen und Fahrzeug sichern.
Wird Autobahnfahren geprüft?
Autobahnfahren kann Teil der Prüfung sein, sofern es verfügbar und sinnvoll ist. Wichtig sind Einfahrt, Abstand, Spurwahl, Überholen und Ausfahrt.
Was passiert, wenn ein Parkmanöver nicht sofort klappt?
Ein Korrekturzug ist nicht automatisch ein Problem. Kritisch wird es, wenn du ohne Rundumblick korrigierst, andere unnötig behinderst oder hektisch wirst.
Darf ich Fahrerassistenzsysteme verwenden?
Der Verkehrsexperte kann situativ über den Einsatz entscheiden. Du solltest die Systeme kennen, richtig bedienen und jederzeit selbst verantwortlich fahren.
Muss ich das PDF der Prüfungsrichtlinien mitbringen?
Nein. Das PDF wird hier nicht veröffentlicht und ist nicht für Fahrschüler bestimmt. Die relevanten Inhalte sind in diesem Curriculum verständlich zusammengefasst.
Ist Tesla für die Fahrprüfung ein Nachteil?
Nein, wenn du das Fahrzeug sicher beherrschst. Rekuperation, Bedienung und Anzeigen müssen so vertraut sein, dass sie dich nicht ablenken.
Offizielle und fachliche Quellen
Vom Ratgeber in die Fahrpraxis
Eine gezielte Fahrstunde macht aus allgemeinen Tipps konkrete Routinen in deiner Prüfungsregion.