Erste Hilfe

Erste Hilfe bei Kindern und Babys: Kurse, Inhalte und der Unterschied zum Nothelferkurs

Der Nothelferkurs qualifiziert für den Lernfahrausweis und denkt den Strassenrand mit. Ein Kurs für Eltern denkt die Wohnung mit — und arbeitet mit Handgriffen, die bei kleinen Körpern anders aussehen. Diese Seite erklärt den Unterschied und was ein guter Kurs abdeckt.

Kursteilnehmende üben an einer Säuglingspuppe die Beatmung mit Beatmungsbeutel und Maske

Kurz beantwortet

Ein Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder ist kein Nothelferkurs. Der Nothelferkurs ist nach Art. 10 VZV Voraussetzung für den Lernfahrausweis und auf Verkehrsunfälle ausgerichtet. Ein Kindernotfallkurs behandelt die Notfälle, die zu Hause passieren — verschluckte Gegenstände, Bewusstlosigkeit, Fieberkrampf, Verbrennungen — und übt die Handgriffe an Säuglings- und Kinderpuppen.

Im Video erklärt

Erste Hilfe bei Kindern und Babys: was ein Kurs abdeckt

Nothelferkurs oder Kindernotfallkurs?

Die beiden Kurse werden oft verwechselt, weil in beiden «Erste Hilfe» steht. Sie haben unterschiedliche Zwecke — und der eine ersetzt den anderen nicht.

Nothelferkurs Kurs für Babys und Kleinkinder
Wozu Gesetzliche Voraussetzung für den Lernfahrausweis (Art. 10 VZV) Freiwillig, für Eltern, Grosseltern, Gotte und Götti, Kita-Personal
Schwerpunkt Unfallstelle sichern, alarmieren, lebenswichtige Funktionen erhalten Notfälle im Alltag mit kleinen Kindern
An wem geübt wird Erwachsenenpuppe Säuglings- und Kleinkindpuppen
Anerkennung Muss von einer vom ASTRA anerkannten Stelle stammen Keine bundesrechtliche Anerkennung nötig
Gültigkeit Für die Gesuchseinreichung höchstens sechs Jahre alt Keine gesetzliche Frist; Auffrischung wird empfohlen

Wenn du den Kurs für den Führerausweis brauchst, ist die Nothelferkurs-Uebersicht der richtige Einstieg. Beides parallel zu besuchen ist sinnvoll, aber nicht dasselbe.

Diese Notfälle behandelt ein guter Kurs

  • Fremdkörper in den Atemwegen — der Klassiker mit Traube, Nuss oder Spielzeugteil
  • Bewusstlosigkeit: erkennen, Atmung prüfen, Seitenlage, Reanimation beim Kind
  • Fieberkrampf — was zu tun ist und was ausdrücklich nicht
  • Verbrennungen und Verbrühungen an Herdplatte, Backofen oder Wasserkocher
  • Stürze, Kopfverletzungen und wann eine ärztliche Abklärung nötig ist
  • Vergiftungen durch Reinigungsmittel, Medikamente oder Pflanzen
  • Allergische Reaktionen und Insektenstiche
Infografik mit vier Kacheln zu Fremdkörper in den Atemwegen, Bewusstlosigkeit, Fieberkrampf und Verbrennung sowie der Notrufnummer 144
Die vier Situationen, die in Kindernotfallkursen am häufigsten geübt werden.

Warum die Handgriffe bei Kindern anders sind

Ein Säugling ist kein kleiner Erwachsener. Der Brustkorb ist weicher, der Atemweg enger, und der Kopf ist im Verhältnis zum Körper deutlich grösser und schwerer. Das ändert praktisch alles: die Kraft, mit der gedrückt wird, die Position der Hände, die Kopfhaltung beim Freimachen der Atemwege, das Vorgehen bei einem Fremdkörper.

Genau deshalb funktioniert Lesen hier nicht. Diese Seite kann dir zeigen, welche Situationen ein Kurs abdeckt und worauf du beim Kursangebot achten solltest — aber die Handgriffe selbst gehören an eine Puppe unter Anleitung geübt, nicht in einen Text. Wer sie einmal gemacht hat, zögert im Ernstfall kürzer.

Wenn es um Erwachsene geht und du tiefer einsteigen willst, ist der BLS-AED-Kurs die nächste Stufe: Basic Life Support inklusive Defibrillator. Und wie sich Schnappatmung von normaler Atmung unterscheidet — eine der häufigsten Fehleinschätzungen überhaupt — steht unter Schnappatmung erkennen.

Die Nummern, die du im Kopf haben solltest: 144 Sanitätsnotruf (schweizweit), 145 Tox Info Suisse bei Vergiftungen, 112 europäischer Notruf, 117 Polizei, 118 Feuerwehr. Eine vollständige Uebersicht mit Einsatzfällen steht unter Notrufnummern Schweiz.

Wo es solche Kurse gibt

Kindernotfallkurse werden in der Schweiz breit angeboten: von den kantonalen Verbänden des Schweizerischen Roten Kreuzes, von Samaritervereinen, von Kinderspitälern und von privaten Rettungsschulen. Die Kurse dauern typischerweise einen halben bis einen ganzen Tag, und viele Anbieter führen sie auch als Hauskurs für eine geschlossene Gruppe durch — praktisch, wenn sich mehrere Familien zusammentun.

Worauf es sich zu achten lohnt: dass an Säuglings- und Kleinkindpuppen geübt wird und nicht nur an einer Erwachsenenpuppe, dass genug Zeit fürs eigene Ueben bleibt statt nur für Vortrag, und dass der Kurs auch das Alarmieren und die Zeit bis zum Eintreffen der Rettung behandelt.

DriveLab vermittelt Nothelfer- und BLS-AED-Kurse über Partner; reine Kindernotfallkurse gehören nicht zu unserem Angebot. Wir sagen das hier lieber deutlich, als dir einen Kurs zu verkaufen, den wir nicht führen. Was wir anbieten, findest du unter Nothelferkurse und BLS-AED.

Illustration: geöffnete Erste-Hilfe-Tasche auf dem Wohnzimmerboden, daneben ein Spielball und ein Holzklotz
Griffbereit statt weggeräumt — im Ernstfall zählen Sekunden.
Instruktor zeigt einer Gruppe im Erste-Hilfe-Kurs die Herzdruckmassage an einer Uebungspuppe
Geübt wird an der Puppe — Lesen ersetzt den Kurs nicht.

Häufige Fragen

Ist ein Kindernotfallkurs dasselbe wie der Nothelferkurs?

Nein. Der Nothelferkurs ist nach Art. 10 VZV gesetzliche Voraussetzung für den Lernfahrausweis und auf Verkehrsunfälle ausgerichtet. Ein Kindernotfallkurs ist freiwillig und behandelt Notfälle im Alltag mit Babys und Kleinkindern. Der eine ersetzt den anderen nicht.

Zählt ein Kindernotfallkurs für den Lernfahrausweis?

Nur, wenn er von einer vom ASTRA anerkannten Stelle als Nothelferkurs durchgeführt wird. Ein reiner Kindernotfallkurs erfüllt die Anforderung nach Art. 10 VZV in der Regel nicht. Frag im Zweifel den Anbieter direkt nach der ASTRA-Anerkennung.

Ab wann lohnt sich der Kurs?

Viele Eltern besuchen ihn in der Schwangerschaft oder im ersten Lebensjahr. Sinnvoll ist er, solange kleine Kinder im Haushalt sind — und ebenso für Grosseltern, Gotte und Götti sowie Betreuungspersonen, die regelmässig allein mit dem Kind sind.

Wie lange ist so ein Kurs gültig?

Es gibt keine gesetzliche Frist, weil der Kurs keine amtliche Voraussetzung ist. Anbieter empfehlen üblicherweise eine Auffrischung alle zwei bis drei Jahre — Handgriffe, die man nie braucht, verblassen schnell.

Welche Notrufnummer gilt bei einem Kindernotfall?

Der Sanitätsnotruf 144 gilt schweizweit. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist 145 von Tox Info Suisse die richtige Nummer — dort sitzen Fachleute, die Substanz und Menge einschätzen können. 112 funktioniert europaweit und wird weitergeleitet.

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Quellen: VZV (SR 741.51), Art. 10 — Stand 01.01.2026 · Kantonale Gebühren aus den Gebührenverordnungen der Kantone, zuletzt geprüft im Juli 2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsauskunft; massgeblich ist der jeweils geltende Verordnungstext.