Alkohol am Steuer (Schweiz): Promillegrenzen, Busse & grünes L

Infografik: Promillegrenzen in der Schweiz – 0,5 ‰ allgemein, 0,1 ‰ Nulltoleranz für Neulenker und Berufschauffeure, ab 0,8 ‰ qualifiziert fahrunfähig

Stand: 04.02.2026

Hier findest du die wichtigsten Promillegrenzen im Schweizer Strassenverkehr – inkl. Erklärung zum „grünen L“ (Führerausweis auf Probe) und einem Promille-Rechner als grobe Orientierung.

Zum Promille-Rechner

Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung. Die Polizei/Behörden entscheiden nach den gesetzlichen Verfahren (Atem-/Blutmessung) und nach den Umständen des Einzelfalls.

Promillegrenzen in der Schweiz (Kurzüberblick)

0.5‰
Standard-Grenze
Für die meisten Lenkerinnen und Lenker: 0.5‰ (entspricht 0.25 mg/l Atemalkohol).
0.1‰
„Nulltoleranz“-Gruppe
Für Lernfahrausweis, Führerausweis auf Probe („grünes L“), berufsmässige Personentransporte etc.: 0.1‰ (0.05 mg/l).
ab 0.8‰
„Qualifiziert fahrunfähig“
Ab 0.8‰ (0.40 mg/l) ist es besonders gravierend: i.d.R. längerer Führerausweisentzug und strafrechtliche Folgen.
Situation Grenze Blut (‰) Grenze Atem (mg/l)
Meiste Lenker/innen 0.5 0.25
Lernfahrausweis / Führerausweis auf Probe („grünes L“) / berufsmässiger Personentransport (u.a.) 0.1 0.05
Qualifiziert fahrunfähig 0.8 0.40

Hinweis: In der Praxis gibt es Toleranzen und je nach Verfahren (Atem-/Blutprobe). Die Umrechnungen oben sind die gängigen Schwellenwerte.

Rechtsgrundlagen: Die 0.5‰- und 0.8‰-Werte richten sich nach der Alkoholgrenzwerteverordnung (SR 741.13, Art. 1 und 2). Die 0.1‰-Nulltoleranz für Neulenker (Führerausweis auf Probe), Fahrschüler, Fahrlehrer im Dienst, Begleitpersonen auf Lernfahrten und Berufschauffeure ergibt sich aus der Verkehrsregelnverordnung (VRV, SR 741.11, Art. 2a); das Fahren in fahrunfähigem Zustand regelt Art. 91 SVG.

„Grünes L“ (Führerausweis auf Probe): Was passiert bei Alkohol?

  • In der Probezeit gilt faktisch: 0.0 – also kein Alkohol. Schon geringe Werte können Konsequenzen auslösen (Rechtsgrenze: 0.1‰ / 0.05 mg/l).
  • Kommt es zu einem Entzug (mittlere oder schwere Widerhandlung), wird die Probezeit in der Regel verlängert.
  • Bei einem zweiten Entzug in der Probezeit kann der Ausweis auf Probe aberkannt werden (Neuerteilung frühestens nach einer Sperrfrist; zusätzlich können Abklärungen verlangt werden).
Auto mit grünem L (Führerausweis auf Probe) in der Schweiz – Nulltoleranz 0,1 ‰

Wie läuft eine Alkoholkontrolle ab?

  1. Anhaltung/Kontrolle durch die Polizei.
  2. Vortest (Atemtest) – bei Verdacht folgt in der Regel ein beweissicherer Test oder eine Blutentnahme.
  3. Je nach Ergebnis: Strafverfahren (Busse/Geldstrafe) und separate Administrativmassnahmen (Warnung/Entzug).
Polizeikontrolle mit Atemalkoholtest in der Schweiz
Infografik: Ablauf einer Polizeikontrolle mit Alkoholtest in der Schweiz – Vortest, beweissichere Atemprobe und Konsequenzen ab 0,5 ‰, 0,8 ‰ und 1,6 ‰

Welche Konsequenzen drohen (grob, ohne Gewähr)?

Wichtig: Die Höhe der Busse/Strafe hängt stark von Situation, Vorbelastungen, Kanton und Einkommen (bei Geldstrafen) ab. Zusätzlich fallen Gebühren (Verfahren, Gutachten, Kurs) an.
  • 0.5–0.79‰: oft Busse und je nach Umständen Verwarnung oder Führerausweisentzug.
  • ab 0.8‰: qualifiziert fahrunfähig – typischerweise Führerausweisentzug (mindestens mehrere Monate) + strafrechtliche Folgen.
  • ab 1.6‰: zusätzlich kann eine Fahreignungsabklärung (z.B. verkehrsmedizinisch) angeordnet werden.

Was andere Verkehrsverstösse in der Schweiz kosten, zeigt unser Bussgeldrechner.

Promille-Rechner (Schätzung) – wie lange bis „wieder ok“?

Der Rechner nutzt eine vereinfachte Widmark-Schätzung (Abbau konservativ 0.10‰/h; Faustregel 0.10–0.20‰/h). Das ist nur eine grobe Orientierung – individuell kann es deutlich abweichen.

Promille-Rechner

Nur eine Schätzung – kein Nachweis der Fahrfähigkeit.

Die Widmark-Formel rechnet mit Durchschnittswerten. Dein tatsächlicher Promillewert kann deutlich davon abweichen – bedeutenden Einfluss haben:

  • Gesundheitszustand – inkl. Medikamente und Tagesform
  • Mageninhalt – ob und was du vor dem Trinken gegessen hast
  • Körperfettanteil – er bestimmt, wie sich der Alkohol im Körper verteilt

Ein Wert unter der Grenze ist deshalb nie eine Erlaubnis zu fahren. Im Zweifel: nicht fahren.

Getränke

(≈ mg/l Atemalkohol)
Angewandte Grenze: 0.5
Zeit bis unter 0.5‰
Zeit bis unter 0.1‰
Rechenbasis
Aufgenommener Alkohol (geschätzt): g · Zeit seit Trinkbeginn: h

Schätzwert nach Widmark – keine Messung und kein Nachweis der Fahrfähigkeit. Gesundheitszustand, Mageninhalt und Körperfettanteil verändern den tatsächlichen Wert deutlich.

FAQ

Gilt in der Probezeit („grünes L“) wirklich 0.0‰?

Ja, praktisch gilt: kein Alkohol. Gesetzlich liegt die Grenze für diese Gruppe bei 0.1‰ (0.05 mg/l), sodass schon geringe Werte Folgen haben können.

Reicht ein Bier schon für 0.5‰?

Das hängt stark von Körpergewicht, Geschlecht, Trinkdauer und individuellem Abbau ab. Der Promille-Rechner unten gibt eine grobe Orientierung – sicher ist: besser nicht fahren.

Wie schnell baut man Alkohol ab?

Als Faustregel gelten ca. 0.10–0.20‰ pro Stunde. Dieser Rechner rechnet bewusst konservativ mit 0.10‰/h, weil ein höherer Wert dir fälschlich signalisieren würde, du seist früher wieder fahrfähig. Schneller „wegtrinken“ oder Kaffee hilft nicht.

Wie genau ist der Promille-Rechner?

Er liefert eine Schätzung, keine Messung. Die Widmark-Formel rechnet mit Durchschnittswerten – dein tatsächlicher Promillewert kann deutlich davon abweichen: Gesundheitszustand (inkl. Medikamente), Mageninhalt – also ob und was du vor dem Trinken gegessen hast – und Körperfettanteil haben einen bedeutenden Einfluss, weil sie verändern, wie schnell der Alkohol ins Blut geht und wie er sich im Körper verteilt. Ein Wert unter der Grenze ist deshalb nie ein Nachweis der Fahrfähigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Busse und Führerausweisentzug?

Die Busse/Strafe ist strafrechtlich. Der Führerausweisentzug ist eine separate Administrativmassnahme der Behörde – beides kann gleichzeitig passieren.

Was passiert bei sehr hohen Werten (z.B. ab 1.6‰)?

Neben längeren Entzügen kann eine verkehrsmedizinische Fahreignungsabklärung angeordnet werden. Dann geht es um die Frage, ob du überhaupt geeignet bist, ein Fahrzeug zu führen.

Quellen (Auswahl)